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Heldenmarkt 2015: Fünf Tipps für Bessershopper

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Bio und regional, Apfel und Marzipan. In Kopf und Mund prallen soeben zwei Begriffspaare aufeinander, die sich als ökologisch und köstlich beschreiben ließen. Und schon wandert das leckere Glas selbstgemachte Marmelade für knapp sechs Euro in meine Tasche. So geschehen auf dem Heldenmarkt 2015. Zum dritten Mal hat Deutschlands führende Verbrauchermesse rund um nachhaltigen Konsum in München seine Tore geöffnet. Und eine grundlegende Erfahrung habe ich bereits nach kurzer Zeit gemacht: Ein Minimalist konsumiert nichts. So sieht es zumindest die Dame an besagtem Stand, der ich soeben das Geld in die Hand gedrückt und von unserem Blog erzählt habe. Verkauft hat sie mir ihr Produkt im übersichtlichen 140ml-Gläschen dennoch. Wer kann zu barer Münze schon nein sagen.

Liebe Leserinnen und Leser, an dieser Stelle wird es Zeit für ein Outing. Denn: Ich sitze nicht nackt und besitzlos in einem Waldstück fernab der Zivilisation und bewache meinen ökologischen Fußabdruck. Nein, ich konsumiere, weil Luft und Liebe allein zum Überleben nun mal nicht reichen. Ich trinke und esse, ich kleide mich ein und habe einen gewissen Anspruch an mich und mein Zuhause. Kurzum: Ich konsumiere, also bin ich – nämlich mitverantwortlich für das Wie und Wo, das Wieviel und Woher, das Wozu und Warum. Ich liebe Flohmärkte und Secondhandshops, Tauschgeschäfte und das Gefühl, mich wieder von unnötigem Ballast getrennt oder Dinge grundsätzlich verweigert zu haben. Aber ich freue mich auch über Orientierung und Anregungen, wenn es um den ökologischen und möglichst sozialverträglichen Erwerb von Produkten bzw. Dienstleistungen geht, auf die ich aktuell (noch) nicht verzichten kann oder will.

Fünf davon sind mir auf dem Heldenmarkt in München besonders ins Auge gestochen.

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1. It’s Lunchtime! Yeah, und zwar mit den formschönen, schlichten und dabei 100% schadstofffreien Brot- und Lunchboxen von ECO Brotbox aus Edelstahl. Frischhaltefolie, Butterbrotpapier, BPA/BPS, Phthalate, PVC, Blei und Aluminium ade: In den mehrlagigen Behältern kommen sich Semmeln, Stullen oder Jause nicht mit Gurken, Tomaten oder anderen Beigaben wie Aufstrich und Pasten in die Quere. Folge: New in im Hause Minimalismus21.

2. Der Schweizer Lebensmittekonzern Nestlé vergrößert unsere Müllberge fortan noch ein Stückchen mehr: mit Babymilch in Kapseln. Wer zumindest bei Kaffee nicht auf den scheinbar bequemen Genuss verzichten möchte, wird bei den Landsmännern von beanarella fündig. Die Kaffeekapseln sind zu 100% biologisch abbaubar, lassen sich kompostieren und enthalten weder Schwermetalle noch Weichmacher. Der Kaffee selbst stammt aus fairem Handel und biologischem Anbau, so das Versprechen der Hersteller.

3. „Liebe Deine Zähne!“ Kontrollierte Naturkosmetik bietet DENTTABS an, ein junges Unternehmen aus Berlin. Und kämpft damit gegen 26.000 Tonnen Zahnpasta-Müll; allein in Deutschland. Pro „Putzvorgang“ wird eine Tablette im Mund zerkaut, wie gewohnt „geschrubbt“ und anschließend ausgespült.

4. „Mit einer fairen Computermaus einen Anfang machen, damit andere Unternehmen nachziehen und es bald auch faire Handys, Computer und Kaffeemaschinen gibt.“ Das ist das Ziel von Nager IT. Die Computermaus wird größtenteils in hiesigen Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) hergestellt, beim Einkauf der Einzelkomponenten wählt der eingetragene Verein nach Möglichkeit Bauteile aus Deutschland oder Ländern mit vergleichbaren Sozialstandards.

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5. App und weg. Die Charity-Flohmarkt-Anwendung „SWOP-Team“ aus dem Landkreis München bringt Entrümpler und neuen Besitzer zusammen. Letztgenannter holt den Gegenstand ab und wandelt mit wenigen Klicks auf seinem Smartphone den emotionalen Mehrwert des Geschenks per integrierter Spendenfunktion in eine gute Tat um. Die daraus generierten Spenden können auch direkt an eine soziale Einrichtung oder ein soziales Projekt fließen.

Wer sich selbst ein Bild machen möchte: Am 28. und 29. März gastiert der Heldenmarkt in der Jahrhunderthalle in Bochum.

Weitere Termine:
Heldenmarkt Frankfurt am Main, Bockenheimer Depot, 17./18. Oktober 2015
Heldenmarkt Stuttgart/Fellbach, Alte Kelter, 24./25. Oktober 2015
Heldenmarkt Berlin, Postbahnhof, 14./15. November 2015

2 Kommentare

  1. Johann sagt

    Trotz allem bleibt der fade Beigeschmack, dass so ein Heldenmarkt nur das Gewissen beruhigt, während die Hälfte der Waren doch genau genommen garnicht gebraucht würde…

    • M21
      M21 sagt

      Lieber Johann,

      da hast Du natürlich vollkommen recht!

      Es ist ein bisschen wie mit den Diät- alias Light-Produkten: Wenn man davon die doppelte oder dreifache Menge konsumiert, weil man sein Gewissen vermeintlich rein- bzw. greengewaschen hat, ist der Effekt gleich Null.

      Also bewusst shoppen und dabei auf ökologisch verträgliche Ware achten.

      Viele Grüße
      M21

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