Monate: März 2016

Herr der Dinge. Eine Minimalismus-Trilogie

 „Alles was du besitzt, besitzt irgendwann dich.“ Es gibt nur wenig Zitate, die das Verhältnis zu meinem Hab und Gut treffend(er) beschreiben. Kaum zu glauben, dass es über 15 Jahre her ist, seit Fight Club über die Kinoleinwand flimmerte. Damals war ich noch weit davon entfernt, mein Leben minimalistisch zu gestalten: Ich steckte mitten im Studium. Meine finanzielle Situation erlaubte mir weder große materielle Sprünge noch übermäßige Hamsterkäufe. Schnäppchenjagden auf dem Flohmarkt waren ein probates Mittel, um meinen kargen Geldbeutel zu schonen. Retrospektiv betrachtet stellen sie eine wichtige Phase meiner  Konsumsozialisation dar, die ich nicht missen möchte. Alles hat eben seine Zeit. Was ich 1999 noch nicht wusste: Alles was du hast, hat irgendwann dich. Was ich mich kurz vor der Jahrtausendwende noch nicht fragte: Besitze ich die Dinge oder besitzen die Dinge mich? Und was ich erst 2015 lernte: Man kann die Dinge nicht konservieren. Eine Trilogie der Erkenntnisse. 1. Alles was du hast, hat irgendwann dich. Jede Minimalistin und jeder Minimalist weiß sofort, was ich meine. Nehmen wir dennoch ein Paradebeispiel wie die …

Konsumfalle Wetter: Vorhersage Minimalismus

Heute schon aufs Thermometer geguckt? Nein? Solltet ihr aber. Denn auch das Wetter beeinflusst unser Kaufverhalten. Das habe ich vor ein paar Wochen bei einem beruflichen Vortrag gelernt. Anlass war der Launch eines – im weitesten Sinne – Produktes und die Frage, wie man sich damit einhergehende Userdaten gewinnbringend zu Nutze machen kann. Schönem Wetter und Fürstenlächeln ist nicht zu trauen Seit ich mich mit Minimalismus beschäftige, bewegt mich das Wie, Weshalb und Warum meines Konsumlebens weitaus mehr als früher. Denn wer verstanden hat, wann er selbst v.a. in die Frust-, Lust-, Langeweile-, Impuls- oder sonstige Shoppingfalle tappt, kann unnötige Einkäufe leichter vermeiden und besser zwischen sog. „Needs und Wants“ unterscheiden. So zeigen entsprechende Studien, dass E-Commerce-Plattformen etwa bei kalten und regnerischen Tagen von höheren Besucherzahlen profitieren. Frei nach dem Motto: „Bei diesem Wetter jagt man doch keinen Hund vor die Tür.“ Aber den willigen Geist durch die (trockenen) Weiten des World Wide Web. Die aromatisch klingende und Wohligkeit versprechende Biotrinkschokolade oder die kuschelige Wolldecke zum Schnäppchenpreis sind dabei nur einen Klick weit entfernt. Die …

#Plastikirrsinn beim Gemüsehändler

Endlich Zeit für Küchenexperimente. Nach einer arbeitsreichen Woche mit Verköstigung außer Haus wird bei uns am Wochenende gekocht. Diesen Samstag auf dem Speiseplan: Ofengemüse – kunterbunt zusammengeschnippelt und im Ofen geart, verfeinert mit Gewürzen und Olivenöl. Frisch, lecker und gesund. Also los zum Einkaufen beim türkischen Gemüsehändler um die Ecke. Noch bevor die Urkarotten in dem obligatorischen Plastiktütchen verschwinden, reiche ich meine Stofftasche über den Thresen. So komme ich mit dem Ladenbesitzer ins Gespräch: Bitte packen Sie mir das Gemüse in diese Tasche. Und es macht nichts, wenn die Petersilie noch nass ist… Ich möchte keine unnötigen Plastiktüten. Verkäufer: Gerne, das finde toll. Diese kleinen dünnen Tütchen kann man für nichts brauchen, sie werden meist gleich zu Hause weggeworfen. Was für eine unnötige Verschwendung. Verkäufer: Wir überlegen auch schon, welche Alternativen wir als Verpackung anbieten können. Aber die meisten Kunden wollen ihr Gemüse einzeln verpackt bekommen. Schade eigentlich, wie sorglos viele Menschen sind. Dabei kann man hier bei Ihnen wirklich problemlos Müll vermeiden. Verkäufer: Das stimmt. Wir kaufen das Gemüse beim Großmarkt palettenweise in Kisten. …