Jahr: 2017

Warum ich mir Stille gekauft habe

„Does it spark joy?“ „Habe ich es im letzten (halben) Jahr benutzt?“ „Nur, was ich mag!“ „Project 333“: Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich selbst auf seinem minimalistischen Weg zu (hinter-)fragen und zu motivieren. Minimalismus ist keine „One-Way-Challenge“, in der es nur einen, nämlich den einen, legitimen Weg gibt, an dessen Ende – äh – Milch und Honig warten. Womit wir in Sachen Wortspiel qua Thema schon in einer verbalen Sackgasse wären. Nun denn. Jedenfalls: Ob ich jemals ausschließlich das besitzen werde, was ich regelmäßig benutze, was ich wertschätze und mag, steht in den Sternen. Das Leben ist ein steter Veränderungsprozess voller Meilensteine, in dem sich Interessen und Vorlieben wandeln können. Was wiederum Auswirkungen auf unsere Besitztümer und unseren Umgang mit ihnen hat. Herr M21er hat sich diesem Thema bereits in unserem ersten Bloggerjahr einmal genähert und 2013 die provokante Frage aufgeworfen, ob man Sammler und Minimalist zugleich sein kann. Aber lest selbst. Heute drehe ich den Spieß ein weiteres Mal um. Denn in diesem Post geht es genau um einen jener Gegenstände, die „joy“ machen, …

Achtsam spazieren: Stimmenspur Englischer Garten

München und meiner Alma Mater bin ich von Herzen verbunden: Hier habe ich studiert, meine Doktorarbeit geschrieben, Herrn M21er getroffen und die schönsten (Studenten-)Jahre verbracht.  Immer wieder nehme ich mir vor, meine Stadt noch besser kennenzulernen, Urlaub vor der Haustür zu machen und wie ein Tourist durch Straßen und Gassen zu streifen:  ganz minimalistisch, aber mit maximalen unmittelbaren Momenten vor Ort. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich auf eine kostenlose Audioführung durch einen der größten innerstädtischen Parks weltweit gestoßen bin: die Stimmenspur Englischer Garten. Für 21 Hörstationen im südlichen Part der Grünanlage haben die Masterstudentinnen Vera Kovács und Katharina Müller Tonspuren aufgenommen – Teil ihrer Abschlussarbeit für den Zertifikatskurs „Environmental Studies“ im Rachel Carson Center (RCC); der Kurs ermöglicht Studierenden eine Zusatzqualifikation im Umweltbereich. Die Töne sollen „den ältesten Volkspark Deutschlands für den Besucher akustisch erfahrbar machen“ und mit ihnen Menschen, Tiere und Pflanzen, heißt es auf der Webseite der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU). Akustische Gehmeditation Tatsächlich gehen Kovács und Müller mit ihrer Arbeit aber noch einen Schritt weiter. Denn die Stimmenspur will auch zu …

#MoreMoments 7: Mein grünes Paradies

Alles fing mit einem Zeitungsartikel über Urban Gardening an: Stadtbewohner, die sich ein Stück Ackerfläche pachten und es nach ihrem Geschmack bewirtschaften. Das hat auch Lilis Neugierde geweckt. In München ist meine Kollegin schließlich auf die sog. „Kräutergärten“ gestoßen – eine lokale Initiative, mit der das Referat für Stadtplanung und Bauordnung die Selbstversorgung mit ökologischem Gemüse unterstützt. Ende 2016 hat sich die 28-Jährige erfolgreich um eine 20m² große Parzelle beworben. 30 Euro kostet das kleine Stück Land für den Zeitraum von April bis November (plus 30 Euro für Gartengeräte und Brunnen), an dessen Ende die Hobbygärtnerin es wieder zurück an den Eigentümer zur Vorbereitung für die nächste Saison geben muss. Pflanzenfrei, versteht sich. Wie das grüne Paradies Lilis Verhältnis zu Lebensmitteln verändert hat und warum wahre Glücksgefühle mannshoch sein können, lest Ihr im 7. Teil unserer Blogserie #MoreMoments. Liebe Lili, woher kommt eigentlich Deine Leidenschaft fürs „Gärtnern“? Das mag jetzt komisch klingen: Aber die habe ich gar nicht. In meiner Wohnung gibt es gerade einmal vier Orchideen, die ich allesamt geschenkt bekommen habe. Außerdem einen …