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Verpackungsfrei einkaufen: Zero Waste Muc

Verpackungsfrei Einkaufen ist anstrengend und teuer. Nur zwei Vorurteile, die Çigdem oft von Freunden und Arbeitskollegen zu hören bekam. Die 27-Jährige hat das Thema „Minimalismus“ vor zwei Jahren für sich entdeckt und versucht seitdem, ihren Konsumalltag bewusster zu gestalten. Dazu gehört auch, Müll zu vermeiden. Ein Lebensmodell, welches weder veraltet noch spießig ist. Das beweist die Grafikdesignerin in regelmäßigen Abständen auf ihrem Blog Kiss the Muse, z.B. mit Einblicken in ihre Capsule Wardrobe. Ihr gutes Gespür für Design sowie ihre Ausbildung kommen ihr dabei natürlich zugute – egal, ob es um das Thema Handlettering, Typografie oder um Slow Fashion geht. In ihrem aktuellen Projekt hat die gebürtige Kölnerin Leidenschaft und Lebensstil zusammengeführt. Das Ergebnis: Die erste Zero-Waste-Karte für München.

Zero Waste für die Hosentasche © Kiss the Muse

„Ich fand das Erscheinungsbild von Zero Waste als Lebensstil sehr veraltet und wollte es ein wenig auffrischen. Und ich wollte zeigen, dass unverpackt Einkaufen kein Beinbruch ist, sondern machbar: Für jedes Budget, für jeden Lebensstil und für jeden, den es interessiert“, fasst Çigdem ihr Printprojekt zusammen.

Die kleine Karte passt problemlos in jede Hosentasche und beinhaltet neben verschiedenen Wochenmärkten acht ausgewählte Adressen im gesamten Stadtgebiet aus den Bereichen Food, Haushalt, Kleidung und Unterhaltung. Dazu zählen der verpackungsfreie Supermarkt OHNE in der Schellingstraße 42 oder der Vintage Kilo Store Pick’n Weight, den Ihr übrigens auch in Berlin, Hamburg und Köln findet.

Choose Your Weapon: Einkaufstaschen, Vorrats- und Schraubgläser, Wasserflaschen etc. © Kiss the Muse

Eine Einkaufliste macht den Stadtplan zum perfekten Planer fürs müllfreie bzw. – müllarme Shopping und sensibilisiert zugleich für ein fünfsäuliges Nachhaltigkeitsmantra, das auch Zero-Waste-Pionierin Bea Johnson vorlebt: Refuse, reduce, reuse, recycle, rot – zu Deutsch ablehnen, reduzieren, wiederverwenden, recyceln, verrotten. Bei Çigdem liest sich das dann sinngemäß so: Verzichten und Reduzieren bewahren Dich vor überflüssigem Müll, bspw. ein „Keine-Werbung“-Aufkleber am Briefkasten. „Kaufe öfter Secondhand oder leih Dir Sachen aus. Recycle oder upcycle alte Sachen wie Papier oder Glas und kompostiere Deinen Biomüll.“

Bald auch digital? Die Zero-Waste-Karte für München © Kiss the Muse

Das Layout der Karte selbst wurde mit veganen Farben auf Pflanzenölbasis auf Recyclingpapier gedruckt. Ein ganzheitlicher, umweltfreundlicher Ansatz, der längst nicht zu Ende gedacht ist. „Man kann sie noch nicht digital herunterladen, aber ich möchte das bald auf meinem Blog anbieten“, verrät die Designerin. „Ich würde gerne noch eine Karte erstellen, vielleicht für Köln. Aber wahrscheinlich nicht mehr in diesem Jahr.“

Bis es soweit ist, findet Ihr Zero Waste Muc in der bayerischen Landeshauptstadt kostenlos an insgesamt fünf Standorten:

  1.  OHNE: Schellingstr. 42, 80799 München
  2.  Plastikfreie Zone: Schloßstr. 7, 81675 München
  3.  Stemmerhof (Supermarkt): Plinganserstr. 6, 81369 München
  4.  Zwei Mal im Pick’n Weight: Schellingstr. 24, 80799 München, sowie Tal 15, 80331 München

Alle Abbildungen © Kiss the Muse.

Kennt Ihr auch tolle Projekte rund um einen achtsameren und ressourcenfreundlicheren Alltag? Oder wollt Ihr vielleicht selbst Eure Idee auf Minimalismus21 vorstellen?

Dann schaut doch in unserer Rubrik „Mitmachen“ vorbei.

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