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Unzertrennlich: Minimalismus und Konsum

Zwischen Minimalismus und Konsum besteht nicht zwingend ein Widerspruch. Menschliche Grundbedürfnisse (sogenannte „Needs“) lassen sich ohne Folgen kaum vollständig reduzieren oder wegrationalisieren. Im Gegenteil. Wer nichts zu sich nimmt, wird irgendwann verdursten, verhungern, erfrieren etc. Dass Konsum in seinen zahlreichen Facetten zudem Spaß machen kann und darf, steht nochmal auf einem ganz anderen Blatt. Auch für Minimalisten. Wie ein Blick ins Etymologische Wörterbuch zeigt, ist der Begriff „konsumieren“ übrigens schon seit dem 17. Jahrhundert im Gebrauch. Er wurde entlehnt aus dem lateinischen cōnsūmere und beinhaltet zu sich nehmen bzw. nehmen ebenso wie kaufen. Quasi zwei Seiten einer Medaille, die in den meisten Fällen aber unmittelbar zusammenhängen. Viel wichtiger ist jedoch: Konsumieren bzw. Kaufen bedeutet Macht. Warum das so ist? Das erklärt Schauspieler, Autor und Umweltaktivist Hannes Jaenicke. Dein Kaufverhalten entscheidet Als Verbraucher und Konsument treffen wir also fortwährend unzählige Entscheidungen. Mit jedem Euro, den wir ausgeben, geben wir zugleich eine Stimme ab. Für ein Mehr oder Weniger an Qualität und Langlebigkeit, für eine Marke und eine Firma, für Fast Fashion und den Preis der Mode, …

Heldenmarkt 2017: Konsum fürs gute Gewissen

Sturmböen, Regen, Märzwinter: Für Minimalismus21 genau das richtige Wetter für einen Abstecher ins MVG Museum München. Dort gastiert an diesem Wochenende der Heldenmarkt. Die steife Brise hat die Verbrauchermesse für nachhaltigen Konsum von ihrer letzten Station aus Hamburg mit in die bayerische Landeshauptstadt gebracht. Und irgendwie sind auch wir bei unserem diesjährigen Besuch nicht so richtig warm geworden mit dem Angebot. Digitale Abbitte für Ökosünden Über 80 Aussteller präsentieren ihre Produkte und Dienstleistungen vor der historischen Kulisse aus alten Straßenbahnen, Bussen und Arbeitsfahrzeugen. Lokale Nahverkehrsgeschichte trifft hier auf Food, Fashion sowie Naturkosmetik bis hin zu Finanzdienstleistungen und Carsharing-Angeboten wie DriveNow. Alles kann vor Ort gestestet und gekauft werden. Ein buntes Rahmenprogramm aus Expertenvorträgen, Workshops und interaktiven Elementen rundet das Programm ab. Wer Lust hat, bekennt sich in einem interaktiven Beichtstuhl zu seinen Ökosünden und erhält praxistaugliche Tipps zur Wiedergutmachung. Zweifelsfrei ein charmantes Konzept mit zahlreichen Alternativen für alle Bessershopper. Nach eigenen Angaben verfolgen Heldenmarkt-Team und Aussteller ein gemeinsames Ziel: „der Welt zeigen, dass bewusster Konsum ohne Verzicht möglich ist.“ Denkanstöße und Lösungsansätze inklusive wie die …

Minimalismus und Zero Waste

Über Minimalismus und Zero Waste zu schreiben, fällt mir schwer. Denn ein Leben ohne Müll bzw. mit weniger Müll ist nicht nur ein hehrer Ansatz, sondern auch ein Thema voller Missverständnisse, Vorurteile und Angriffspunkte. Jüngstes Beispiel: Penny verzichtet ebenfalls auf die Plastiktüte. Ein aktueller Trend unter den Supermarkt-Ketten, der mit der geläufigen Annahme einhergeht, Einweg-Papiertüten und Baumwollbeutel seien per se nachhaltiger als die Kunststoff-Konkurrenz. Doch weit gefehlt: Beim Ressourcen- und Energieverbrauch schneiden die grünen Geschwister noch schlechter ab, d.h. viele Produkte erweisen sich erst ab einer längeren Nutzungs- bzw. Tragedauer als ökologisch vorteilhafter. Die Stofftasche müsst Ihr demnach mindestens 100 Mal ausgeführt haben. Grün, grün, grün sind alle meine Kleider Wer also seinen Haushalt und seine Garderobe auf „grün“ umstellen will, sollte sich grundsätzlich überlegen, ob der Austausch gut erhaltener Artikel wie etwa Kleidung sinnvoll ist. Denn für jedes neue Stück werden neue Ressourcen und Energien fällig. Einen intakten Plastikrasierer gegen ein verchromtes Metallmodell zu ersetzen, ist nicht per se nachhaltiger. Und dennoch ist Herr M21er diesen Schritt vor einem Jahr gegangen und hat sich …