Alle Artikel mit dem Schlagwort: entrümpeln

#Reset 7: Hilfe, ich lebe in einer Bibliothek!

Vor Kurzem habe ich mein Bücherregal neu geordnet, ein bisschen minimalisiert und die letzten Nachwehen unseres Umzugs beseitigt: Endlich meine Fach- und Schullektüre wieder thematisch zusammengestellt, damit sie sich effektiv und schnell nutzen lässt. Einzelne Lehrwerke aussortiert, um den Besitz so schlank wie möglich zu halten; aber viele waren es ohnehin nicht mehr. Denn eigentlich habe ich meinen Bestand schon auf das für mich Wesentliche reduziert. Zumindest bilde ich mir das ein. Könnte ich womöglich auf mehr verzichten? Vielleicht mache ich mir sogar etwas vor: Stimmt es denn, dass ich trotz digitaler Medien und Internet immer noch so stark auf Bücher angewiesen bin? In der Schule steht mir für meine Fachbibliothek kein Platz zur Verfügung. Deshalb lagern meine Unterrichtsmaterialien zu Hause. Und deshalb bin ich durchaus darauf bedacht, den Bestand regelmäßig zu sichten und auf seinen aktuellen Nutzen zu überprüfen. Die Vorgabe des Minimalisten in mir lautet: Die vorhandene Regalwand muss für meinen Job als Lehrer für Deutsch, Geschichte und Ethik genügen. Mehr Platz räume ich meiner Arbeit in den eigenen vier Wänden nicht mehr …

Minimalismus leben. Konsumfalle Kostenloskultur

Ich habe „Nein“ gesagt. Zu Dingen, die ich nicht brauche. Zu Events, die mein Leben nicht bereichern. Alle hatten eine (verlockende) Sache gemeinsam: Sie waren sehr günstig bis kostenlos. Doch bekanntlich gibt es im Leben nichts umsonst, weil jede Medaille am Ende zwei Seiten hat. Weil wir am Ende immer mit irgendetwas bezahlen: mit Daten, mit Müll, mit dem Preis für Pflege und/oder Entsorgung uvm. Drei Beispiele aus den vergangenen Wochen. 1. Du bist, was Du trinkst Meine Firma hat einen neuen Anstrich bekommen, ein neues Branding, eine neue Dachmarke. Dieser sog. „Change Prozess“ wurde und wird von verschiedenen Maßnahmen begleitet, darunter der Einsatz bestimmter Unternehmensfarben. Die visuelle Identität und Stringenz ist ein wichtiger Teil von Corporate Identity und Corporate Design. Und spiegelt sich im besten Fall auch in entsprechenden Merchandising-Produkten wieder. In meinem Fall war das eine Trinkflasche in den beiden Primärfarben der Company. Sie wurde kostenlos an alle Mitarbeiter verteilt. Eigentlich eine schöne Idee, die von Wertschätzung und Ideenreichtum zeugt und die Firmenidentität unmittelbar erlebbar macht. Allerdings hatte die Sache einen dicken Haken. …

#Reset 6: Zeit des Erwachens

Geschafft. Vor vier Tagen sind der Herr M21er und ich umgezogen. Und ich schreibe dieses kurze Update zwischen unausgepackten Kisten, zwischen anderen Wänden und anderen Nachbarn, um eine Uhrzeit am Sonntag, zu der noch eine herrliche Stille über der Stadt liegt. Doch in mir ist es unruhig. Mein Kopf ist voller unsortierter Gedanken. Innen und Außen sind durcheinandergewirbelt, ja nahezu chaotisch. Und das Schlimmste: Ich verspüre Gefühle von „Heimweh“. Zwölf Jahre haben wir in der alten Wohnung gelebt, gelacht, geweint, gehaust, haben unsere ersten richtigen Jobs begonnen, Höhen und Tiefen, gute Zeiten, schlechtere Zeiten durchlaufen. Versteht mich nicht falsch. Ich bin wahnsinnig dankbar, die Chance für einen Wohnungswechsel bekommen zu haben. Denn wer aufmerksam mitgelesen hat, weiß, dass wir über ein Jahrzehnt auf diese Möglichkeit gewartet haben. Stichwort: Genossenschaft. Doch nun ist sie weg, die Zeit, die wir in der bisherigen Form in vertrauter Umgebung hatten. Wir können seit ein paar Stunden von unseren Fenstern auf die abgelegten vier Wände blicken. Wie auf ein zurückgelassenes Leben. Das kann man albern finden. Oder sentimental. Aber ich …