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Nachgefragt: Wohin mit ausgemisteten Sachen?

Wer kennt das nicht? Minimalismus zu leben ist manchmal gar nicht so einfach – sei es, weil die Sammlerin bzw. der Sammler in uns kurzfristig die Oberhand beim Ausmisten gewinnt, sei es, weil die aussortierten Gegenstände nicht so schnell die eigenen vier Wände verlassen, wie man sich das ursprünglich vorgestellt hatte. Die Liste der Gründe ließe sich beliebig erweitern. Deshalb möchten wir wissen: Wie macht Ihr das eigentlich, liebe Minimalistinnen und Minimalisten: Wie sorgt Ihr für ein einfacheres und aufgeräumtes Leben? Eure Tipps sind gefragt. Los geht es mit einem „Leserbrief“, der uns vor Kurzem via E-Mail erreicht hat und den wir hier nach Rücksprache mit der Absenderin veröffentlichen dürfen.

Wir sind gespannt auf Eure Erfahrungen, Tricks, Tipps und Ideen in den Kommentaren!

Es gibt so viele Bücher, dass es keinen Sinn hat, welche zu lesen, die einen langweilen. (Gabriel García Márquez)

Marie mistet aus: Wohin mit den Sachen?
Ich heiße Marie (Name von der Redaktion geändert), bin Ü40 und beschäftige mich seit vielen Monaten mit dem Thema Minimalismus. Ich möchte mich drastisch reduzieren. Ich habe auch schon kräftig aussortiert. Allerdings habe ich das Problem, dass die gängigen Tipps via Internet nicht funktionieren. Seit mehr als zwei Jahren versuche ich, die aussortieren Sachen wie Bücher (Romane, die sehr gut erhalten sind, aber älter als drei Jahre), Kleidung und Schuhe (auch nicht brandaktuell, aber teilweise nie getragen) und Krimskrams loszuwerden.

Habe es schon versucht über:

Ergebnis: Kein Interesse an den ganzen Sachen. Ich habe tatsächlich nur 20 Euro verdient beim Flohmarkt und die Standgebühr war teurer. Vor zehn Jahren ging auf dem Flohmarkt mehr. Rückmeldung bei ebay auf Kleidung und Bücher gleich null – ging nicht mal als Kleider- oder Bücherpaket weg. Möbel wollte die Caritas nicht eimal geschenkt. Ich habe teilweise ein Jahr alte Möbel auf den Wertstoffhof gebracht.

„Zu-verschenken-Kisten“ am Straßenrand – nicht immer sind die Sachen so gut erhalten wie hier

Wie werde ich es los in wenigen Tagen?
Ich lebe allerdings auch auf dem flachen Land. Eine Großstadt wie München oder Berlin ist weit entfernt. Vielleicht ist das der Grund, dass kein Interesse an Gebrauchtem besteht. Meine Frage ist nun: Wohin mit den ganzen Sachen? Bei den Büchern habe ich bereits einige über die Papiertonne entsorgt. Die Entsorgung ist nicht meine bevorzugte Variante, da es mir missfällt, Ressourcen zu verschwenden. Das ist nicht umweltfreundlich.

Alles einfach wegwerfen und nach vorne schauen? Oder habt ihr andere Tipps, die bei euch funktioniert haben?

Nachgefragt auf Minimalismus21
Habt Ihr auch eine Frage rund ums Ausmisten, Aussortieren und Entrümpeln an unsere Community? Dann schreibt uns einfach eine kurze Nachricht an kontakt@minimalismus21.de!

6 G: Minimalismus im April

6 G: Minimalismus im April ist der Auftakt zu unser neuen Serie, in der wir Euch monatlich ein paar ausgewählte Appetithappen rund um das einfache und bewusste Leben vorstellen wollen. Dazu gehören Lektüre- und ausgewählte Produkttipps ebenso wie spannende Projekte und Initiativen, Nachdenkliches und Kritisches. Viel Spaß mit unseren ersten „6 Gs“ wünschen M21 und der Herr M21er!

Gelesen Weshalb mich weniger Besitz glücklich macht. Mit Minimalismus mehr Klarheit im Leben von Guido Schlaich aus dem Kosmos Verlag (Stuttgart 2021). Bei Schlaich beginnt das einfache Leben mit einem Möbelstück, genauer gesagt mit einer Couch. Sie ist Schluss- bzw. Wendepunkt für den studierten Innenarchitekten, der auf kurzweiligen 120 Seiten die Lebensgeschichte seines Downgradings erzählt – schnoddrig, unverblümt und unzensiert. Selbst die eigenen Nachbarn oder Ex-Partnerinnen werden einer „materialistischen Bestandsaufnahme“ unterzogen. Das ist durchaus unterhaltsam, führt aber an einigen Stellen dazu, dass sich der Autor zu sehr in geschlechterspezifischen Klischees verliert. Denn nicht nur Frauen verfügen hin und wieder über einen (zu) voluminösen Kleiderschrank, lieber Guido! Und dem (digitalen) Nomaden steht nicht zwangsweise der Messie am anderen Ende der Ausmist-Skala gegenüber.

Wertvoll fand ich dagegen den Gedanken, dass Menschen sich Lebenssituationen konstruieren, um nicht ans Wegwerfen und Loslassen denken zu müssen. Auch die Überlegung, wonach es drei Phasen des Besitzes gibt – darunter das bewusste Erleben desselben – hat mich angesprochen, was wohl an der gemeinsamen Sozialisation und Kindheit im analogen Zeitalter liegt. Die Generation Ü35 ahnt, wovon ich spreche. Wer neben den einschlägigen Methoden zum Ausmisten noch eine andere Variante sucht, wird in der Lektüre ebenfalls fündig: Verbrennen lautet die Devise als „mythologisches Momentum“ und Ritual – nur eine (radikale) Möglichkeit, um die Qual der Wahlmöglichkeiten zu reduzieren.

Geteilt wurde ein Statement von uns bei der lieben Marion. Auf ihrem Blog Frugales Glück schreibt sie über Minimalismus, Nachhaltigkeit, pflanzliche Ernährung und intuitives Essen. Schaut doch mal rein und erfahrt 133 Gründe, um minimalistisch zu leben.

Die aktuelle zweiteilige Artikelreihe von Marion: „Warum Minimalismus? 133 Gründe, um minimalistisch zu leben“

Getestet Fast zwei Jahre ist es her, dass Andreas von Anders & Komisch uns fragte, ob wir ihr Mini-Portemonnaie im Kreditkarten-Format testen wollen. Es würde „einerseits zur Reduktion“ einladen „und die Hosentasche erleichter(n), andererseits lokal und in Handarbeit produziert“ werden. Wer unsere Vorliebe für Secondhand kennt, weiß, dass wir nur ungern über neu produzierte Ware berichten und bei der Vorstellung von Produkten sehr zurückhaltend sind. Doch der kleine vegane Geldbeutel des Berliner Labels ist ein ganz Großer für mich geworden. Und das liegt nicht nur am schicken Design und der liebevollen Details. Seit Sommer 2019 begleitet mich der goldfarbene A&K MINI auf Schritt und Tritt, egal, ob in der Hosen- oder Umhängetasche. Alle wichtigen Dokumente und Ausweise wie Fahrkarte oder Personalausweis finden hier problemlos Platz, das Gummiband hat auch nach über 700 Tagen nichts von seiner Elastizität verloren. Lediglich mein Hang zur Kartenzahlung hat sich verstärkt, da sich meine Fingerfertigkeit beim Herauspicken von Kleingeld im Münzfach in Grenzen hält. Mit Weniger zum Mehr – bei Anders & Komisch mehr als ein Versprechen.

Mein treuer Begleiter seit über zwei Jahren: A&K MINI – ein kleines großes Goldstück

Gestaunt haben wir über die Möglichkeit, Papier aus Äpfeln herzustellen. Bettina Theissmann will genau diese Idee umsetzen. Für ihr Journal LESS AND ME sollen Apfelreste aus Südtiroler Äpfeln mit FSC-zertifizierter Zellulose zu Apfelpapier verarbeitet und auf diese Weise wertvolle Ressourcen geschont werden. Das Versprechen der Münchnerin: Als Tagebuch und Coach regt das Journal mit gezielten Fragen die eigene Suche nach Klarheit und einem bewussten Leben an. Wer das Projekt unterstützen möchte: Die Crowdfunding-Kampagne läuft noch bis zum 20. April 2021.

Unser Beitragsbild (© Bettina Theissmann) gewährt einen Ausblick auf den Planer.

Antons geheime Reise mit Paul Pulli

Gefördert werden kann auch das Buchprojekt von Alexandra Wagner. Antons geheime Reise mit Paul Pulli ist der erste Band der neuen Kinderbuchreihe Die magische Welt der Dinge. Jeder Band soll sich, so Wagner, dem Herstellungsprozess eines bestimmten Produktes widmen, dessen Lieferkette sowie den Auswirkungen auf Mensch und Natur.

In Band eins dreht sich alles um die Herstellung von Bekleidung am Beispiel eines Baumwollpullis. Das Ziel der Autorin: Kinder auf eine spielerische und kindgerechte Weise zum Nachdenken über die wichtigen Themen unserer Zeit anzuregen, darunter Konsum, Herstellungsprozesse sowie Auswirkungen unseres Handels auf Umwelt und Mitmenschen. Mehr Infos zum Crowdfundig (bis 19. April 2021) findet Ihr unter startnext.com.

Kaufen oder (nur) gucken? Unsere primäre Shoppingquelle: Flohmärkte. Hier: RAW-Gelände in Berlin

Gelernt Den Begriff „Schaufenster-Lecken“ aus dem Buch von Judith Levine: No Shopping! Ein Selbstversuch. Berlin 2007, Seite 82: „Die amerikanische Historikerin Rosalind Williams, die über das Paris der Jahrhundertwende schreibt, bezeichnet die damals völlig neuen Massenkonsumtempel – die Kaufhäuser, Verbrauchermessen, Filmpaläste – als ein „für alle zugängliches Versailles, zumindest zu Geschäftszeiten“. Die Verbraucher können dort Kleider anfassen und anprobieren, „Luxusartikel bestaunen, stilvoll reisen und Vergnügungen genießen, die normalerweise nur für wenige Glückliche reserviert sind“, und alles „ohne Kaufzwang“. […] Nicht umsonst nennen die Franzosen den Schaufensterbummel la lèchevitrine, Schaufenster-Lecken.“

Wie gefällt Euch unsere neue Serie? Welche „Gs“ wünscht Ihr Euch in Zukunft? Hinterlasst uns einfach einen Kommentar und gewinnt ein Exemplar von Guido Schlaich. Bitte denkt daran, Eure E-Mail-Adresse (nicht öffentlich sichtbar auf dem Blog!) anzugeben. Unter allen Antworten zieht die Glücksfee am Ende drei Gewinner:innen.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Umtausch bzw.  Barauszahlung des Gewinns sind nicht möglich. Teilnahme ab 18 Jahren. Teilnahmeschluss: 18. April 2021, 23.59 Uhr.

Für das Rezensionsexemplar sowie die Kooperation (Verlosung) bedanken wir uns beim KOSMOS Verlag!

Wie Du Dir den Frühjahrsputz leicht machst

Die Vögel zwitschern lauter, die Tulpen brechen auf und die ersten Sonnenstrahlen fallen durch die staubigen Fenster. Zeit, den Winter aus den eigenen vier Wänden zu jagen und mit dem Frühjahrsputz zu beginnen. Mit ein paar Tipps kannst Du die Saisonaufgabe schnell und einfach erledigen. So erleichtert Dir eine vorgelagerte Runde Ausmisten das Saubermachen und die Freude am strahlenden Zuhause währt umso länger.

Zeit für den Frühjahrsputz
Die meisten von uns verbringen aktuell sehr viel Zeit zu Hause. Umso wichtiger, sich in den eigenen vier Wänden wohlzufühlen. Gerade im Frühjahr tut uns eine kleine Wohnungsinventur gut: So wie die Natur langsam aus dem Winterschlaf erwacht, können auch wir die Energie nutzen, um Überflüssiges loszulassen und Raum für Veränderungen zu schaffen.

Wie gehst Du am besten vor?
Die Vorstellung, eine ganze Wohnung in Frühjahrsform zu bringen, mag zunächst schier überwältigend wirken. Damit Dir der Frühjahrsputz in diesem Jahr leicht von der Hand geht, kannst Du ihn Dir in kleine Einheiten aufteilen und z.B. Raum für Raum vorgehen. Falls Du wenig Zeit hast, konzentrierst Du Dich am besten auf die Räume, die Du am häufigsten benutzt – also die Küche, das Schlafzimmer, Bade- und Wohnzimmer. Das Aufräumen von selten genutzten Räumen, z.B. Dachboden oder Keller, erfordert viel Zeit und Energie – und am Ende ist man relativ selten dort.

Mit Weniger zum Mehr: Mit ein paar minimalistischen Tricks gelingt der Frühjahrsputz fast von allein

Raum für Raum erleichtert in die warme Saison
Bevor Du zu Eimer und Seife greifst, empfehle ich Dir, ungenutzte und überflüssige Gegenstände auszusortieren. Grundsätzlich lassen sich Ordnung und Sauberkeit leichter herstellen und erhalten, je weniger Dinge Du besitzt. Es putzt sich einfach schneller, wenn der Boden frei ist, wenig auf Oberflächen herumsteht und nicht so viele Dekoartikel Staub fangen können.

In jedem Wohnraum lassen sich erfahrungsgemäß bestimmte Dinge leicht ausmisten:

Tipps für den Frühjahrsputz
Kommen wir nun zum eigentlichen Frühjahrsputz. Zu der Aufgabe, die immer ansteht, gehört das Fensterputzen. Du machst es Dir leicht, wenn Du Dir alle dazu notwendigen Utensilien zurechtlegst (u.a. zwei Putztücher für die Fensterflächen und -rahmen und ein Tuch zum Trockenreiben) und das passende Reinigungsmittel verwendest. Meine Mutter schwört für streifenfreien Durchblick z.B. auf eine Mischung aus Wasser und einem Spritzer Spiritus.

Für verschmutzte Küchenflächen reichen oft gängige Hausmittel wie Natron, Essig und Zitronensäure

Auch viele andere verschmutzte Flächen lassen sich in der Regel gut mit natürlichen Mitteln reinigen:

  • Schrank- und Regalflächen kannst Du feucht auswischen. Zum hygienischen Reinigen von Kühlschrank und Gefrierfach eignet sich eine Mischung aus Wasser und Essig.
  • Eingebranntes in Backofen und Mikrowelle löst sich leicht, wenn Du darin eine Lösung aus Wasser und Zitronensaft ein paar Minuten erhitzt. Anschließend lässt sich der Schmutz einfach abwischen.
  • Auch im Badezimmer entfernst Du Kalk und Seifenreste auf natürliche Weise mit verdünnter Zitronensäure oder Essig. Für die Reinigung der Fugen und Ecken in Badewanne und Duschkabine kannst Du eine kleine Bürste (z.B. eine alte Zahnbürste) verwenden.

Abschließend noch eine paar Ideen, die sich mit wenigen Handgriffen umsetzen lassen:

  • Dicke Winterbettdecken kannst Du nach dem Waschen platzsparend in Vakuumbeuteln verstauen.
  • Drehe die Matratze um 180°, um sie besser zu belüften und gleichmäßig zu belasten.
  • Staubige Zimmerpflanzen kannst Du bei leichtem Regenwetter nach draußen stellen.

Mein Tipp: Höre beim Frühjahrsputz Deine Lieblingsmusik oder ein Hörbuch und belohne Dich anschließend, z.B. mit einem schönem Getränk.

Ich wünsche Dir viel Freude an Deinem luftigeren, sauberen Zuhause!

Über die Autorin
Rebecca Keller schreibt auf frei-mutig.de über Minimalismus, gute Gewohnheiten und kleine oder größere Auszeiten vom Alltag. Sie wohnt mit ihrem Freund in Münster.

Ihr Motto: „Ein einfacheres Leben ist ein besseres Leben.“

Minimalismus leben: Mitmachen
Wie lebt Ihr minimalistisch(er)?


Schreibt uns eine E-Mail
oder meldet Euch direkt über unsere Mitmachen-Seite. Gerne veröffentlichen wir Eure Erfahrungen auf unserem Blog. Wer mag, packt noch ein kurzes Foto von und ein paar Worte über sich dazu. Auch Vorher-Nachher-Aufnahmen sind herzlich willkommen.

Autorenfoto © Rebecca Keller privat.