Jahr: 2019

#MoreMoments 14: Brückenteilzeit mit Anfang 30

Teilzeit, Du, warum? Warum ich mich mit 31 für einen Tag weniger Arbeit entschieden habe. Bist du krank? Bist du schwanger? Mit 31 Jahren auf eine 4-Tage-Woche zu reduzieren, stößt in meinem Umfeld erst einmal auf Unverständnis. Dabei ist die Antwort so einfach: Weil ich es kann und weil es Bock macht. Ich meine: Einen Tag mehr frei haben für den ganzen Krempel, für den man sonst nie Zeit hat, der sich auf der To-do-Liste ansammelt und einem ein schlechtes Gewissen macht (sowas wie den Kühlschrank putzen oder den Keller aufräumen oder, das totale Klischee, die Steuererklärung) und dann am Wochenende frei für all die Abenteuer, die das Leben für einen bereit hält. So einfach ist das. Ich bin nicht krank, ich bin nicht faul, aber ich erwarte mehr vom Leben als eine 40-Stunden-Woche. Zugegeben, ein bisschen gestresst war ich schon nach sechs Jahren in einem anspruchsvollen Job mit hohen Erwartungen, viel Arbeit und einigen Überstunden. Und lange habe ich von einem Sabbatical geträumt. Mal ein Jahr raus aus allem, programmieren lernen, Surflehrer werden. Zwei …

Death Cleaning. Generalprobe Minimalismus

Ich sehe in Deinen Augen, dass eine neue Zeitrechnung begonnen hat. Die Art, wie Du mich anblickst, die Art, wie Du den Hörer hältst, macht mir unmissverständlich klar: Nach diesem Telefonat wird nichts mehr wie vorher sein. Denn manchmal ist die Endlichkeit nur einen Anruf weit entfernt. Als Du mir sagtest, man habe sie bewusstlos auf der Straße gefunden, war ihr Buch des Lebens bereits fertig geschrieben. Error, Festplatte gelöscht, rien ne va plus. Loslassen kostet weniger Kraft als Festhalten. Und ist dennoch schwerer Im Krankenhaus stehen wir an Deinem Bett. Und Vater fleht: „Wach bitte wieder auf!“ Er zieht Mutter M21 Socken an, damit die kalten Füße warm werden, und ignoriert dabei, dass man ihre Körpertemperatur bewusst herabgesetzt hat. Unser Flehen, unsere Tränen, unsere Verzweiflung erreichen dich zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr. Die Ärzte raten zu einer Entscheidung. Loslassen, freigeben, wo immer es dich hinzieht. Die Krankenschwester sagt, man würde das Fenster öffnen, wenn es soweit sei. Damit die Seele ihre letzte Reise antreten kann. Ich halte deine Hand, als man die Scheiben …

Nachlese: Einfach leben. Der Praxis-Coach (Lina Jachmann)

Da ist sie wieder: Lina Jachmann. Im Frühjahr 2017 hatte die gebürtige Hamburgerin mit Einfach leben einen Guide für einen minimalistischen Lebensstil auf den Markt gebracht – und mit ihm so etwas wie das „Literarische Quartett“ unter Minimalistinnen und Minimalisten zum Leben erweckt. Allerdings nicht immer zum Wohlgefallen der Autorin. Befürworter und Gegner lieferten sich erbitterte Grabenkämpfe um das Erstlingswerk der Autorin, die als Kreativdirektorin ihr Werk sowohl inhaltlich und optisch als auch marketingtechnisch medienwirksam in Szene zu setzen wusste. Minimalismus21 berichtete. Das ist jetzt zwei Jahre her. Minimalismus-Mantras Seitdem ist das Angebot an Ratgeberliteratur rund ums Ausmisten, Reduzieren und einen achtsamen Lebensstil kontinuierlich weiter gewachsen und mit ihm der Markt der medialen Möglichkeiten. Denn aufgeräumt wird heute nicht mehr nur nach schriftlicher Anleitung, sondern – so viel Wortspielerei sei erlaubt – ebenso nach bzw. mit Programm. Netflix-Abonnenten und KonMari-Fans wissen mehr. Wer neue Zielgruppen erschließen und Profi-Entrümpler ansprechen möchte, muss folglich neue Wege gehen, muss Lifestyle und Zeitgeist miteinander verbinden, zwei Themen, die Jachmann nach eigenen Worten seit Jahren beschäftigen. Dankbarkeitstagebuch meets 365-Tage-Minimalismus, Habit-Tracker …