Jahr: 2020

Introversion und Minimalismus: eine Liebesgeschichte

Introvertierte sind dem Gefühl der Überforderung meist näher als ihre extrovertierten Mitmenschen. Das liegt in der Natur der Sache. Introvertierte reagieren empfindlicher auf Umweltreize, Veränderungen und soziale Kontakte. An den Tagen, an denen die Pausen zwischen diesen Eindrücken ausbleiben, wird alles schnell zu viel. Warum also nicht den Alltag so gestalten, dass er keinen unnötigen Beitrag zu dieser Flut aus Reizen leistet…? Was ist Introversion und womit haben Introvertierte zu kämpfen? Introvertierte sollten eine Romanze mit Minimalismus haben. Was damit gemeint ist, wird aber erst in einigen Momenten deutlich, denn vorher muss geklärt werden, was Introversion eigentlich ist – oder auch nicht ist. Denn manchmal kann es helfen, am anderen Ende anzufangen: Schüchternheit, Angst, Misanthropie, Arroganz – alles Begriffe, die oft fälschlicherweise für Introvertierte genutzt werden. In Wahrheit ist Introversion im Grunde viel simpler: Introvertierte Menschen verarbeiten Reize anders, weshalb sie von ihnen auch schneller überansprucht werden. Im Umkehrschluss tanken Introvertierte die verlorene Energie wieder auf, wenn sie alleine oder mit wenigen Menschen zusammen sind. Introvertierte kehren ihre Aufmerksamkeit von Natur aus eher auf das …

Minimalismus und Erinnerungen

Erinnerungen bilden einen wichtigen Teil unseres Kulturgutes. Sie schaffen Überlieferungen, bewahren Tradiertes, schöpfen aus Erlebtem und Gelerntem, können uns Wegweiser, Mahner und Bewahrer sein. Der Duden definiert diese Begrifflichkeit unter anderem als „den Besitz aller bisher aufgenommen Eindrücke“. Viel zu spät ist der Minimalistin in mir klar geworden, dass man diesen innerlichen Besitz jedoch gleichermaßen loslassen und reduzieren kann wie seine(n) äußeren Hüter. Denn Erinnern bedeutet ursprünglich – so das etymologische Wörterbuch der deutschen Sprache – machen, dass jemand etwas inne wird. Und mit diesem jemand sind wir mitunter eine ziemlich komplizierte Beziehung eingegangen, so kompliziert, dass wir „ihn“ gewähren und „es“ mit uns machen lassen. Always on Für die Feng-Shui-Beraterin und Entrümplungsspezialistin („Space-Clearing-Expertin“) Rita Pohle sind wir selbst zuweilen „mental >>überfüllt<< und oft kaum mehr in der Lage, Neues aufzunehmen. Die Kanäle zu unserer Intuition sind verstopft mit unnötiger Information, verschlackt von Fernsehmüll und Banalitäten aus dritter Hand. Wir werden von außen mit >>Abfall<< zugeschüttet. Wenn wir langfristig nicht auch unser Innenleben entrümpeln, uns vom mentalen Ballast befreien, vergiften wir uns innerlich! Denn mentaler …

Digital Decluttering: Checkliste Online-Ordnung

Was haben wir während des Lockdowns nicht alle unser Zuhause auf Vordermann gebracht. Solange wir zu den Glücklichen gehörten, die oft nicht „mehr“ tun mussten, als zuhause zu bleiben, sahen wir uns schließlich intensiv wie selten zuvor mit den eigenen vier Wänden konfrontiert. Wenn der physische Radius sich größtenteils auf das eigene Zuhause erstreckt, ist es schließlich naheliegend, sich mehr mit eben jenem auseinanderzusetzen. Und damit meine ich nicht einmal die längst überfällige Renovierung des Wohnzimmers oder den Balkon, den wir endlich so gepimpt haben wollten, wie wir es uns in unserer Pinterest-Pinnwand von 2017 vorgenommen hatten. Vielmehr war für das gute alte Aufräumen und Entrümpeln, dem Marie Kondo bereits vor einigen Jahren einen Neuanstrich verpasst hatte, jetzt endlich auch die Zeit gekommen. Keine Frage – ein gemachtes Bett und ein aufgeräumter Schreibtisch können Wunder wirken. Da mag unser digitales Umfeld im Vergleich zunächst weniger sichtbar und greifbar wirken. Und dennoch kann sich dessen Zustand nicht minder auf unser allgemeines Wohlbefinden auswirken. Denn ganz schleichend, und doch nicht unerwartet, ist spätestens mit Corona unsere digitale …