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Blattgenuss: diemitohne

Minimalismus ist mehr als Entrümpeln und Loslassen. Jedenfalls für mich.
Minimalismus heißt auch: Mit weniger auszukommen im Sinne eines nachhaltigeren und zugleich gesünderen Konsums. Übertragen auf Lebensmittel kann das beispielsweise bedeuten: naturbelassen, ohne Aromen, ohne Zusätze.
So wie das Teeangebot von stick lembke.

Aus 17 Teesorten habe ich mich im DrogerieMarkt für „Apfel & Minze & Zitrone“ entschieden, eine von acht Varianten aus der Reihe der „Teeschönheiten“.

Eine der acht „Teeschönheiten“ aus dem Hause stick lembke

Die Faltschachtel enthält 15 transparente Teekissen mit jeweils 35 Prozent Bio-Lemongrass, 25 Prozent Bio-Apfelstücken und 25 Prozent Bio-Spearminze (Krauseminze). Die Empfehlung: ein Kissen für eine Tasse, zwei bis drei für eine Kanne. Beim Aufreißen der Umhüllung werden mit Sehen und Riechen sofort zwei Sinne angesprochen. Aus dem handvernähten Beutel strömt ein frischer Duft nach Zitrone und Minze.

Der handvernähte und biologisch abbaubare Beutel

Die beiden Komponenten behalten auch nach dem Aufbrühen die Oberhand und drängen den Apfel geschmacklich in den Hintergrund. Selbst nach längerem Ziehen ist das Ergebnis ein überwiegend erfrischender Genuss, der vor allem im Sommer (kalt serviert) eine echte Alternative zu künstlichen Eistees bietet. Absolutes Plus: Sogar ein zweiter Aufguss liefert ein überraschend geschmackvolles Ergebnis, sodass der Packungsinhalt doppelt gezählt werden kann. Statt 15 bekommt der Käufer im Grunde 30 Teekissen für einen Preis von knapp fünf Euro.

stick lembke
Hinter dem Firmennamen verbergen sich Thorsten Stick und Kai Lembke, zwei leidenschaftliche Tee-Ologen mit jahrzehntelanger Erfahrung und Ehrgeiz fürs Detail. Transparenz bis zum Ursprung der Zutaten und vor dem Kunden sowie Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen sind hier keine leeren Worthülsen. Um Produktsicherheit und Nachhaltigkeit zu verbinden, werden aktuell die letzten Tests für eine neue Umhüllung durchgeführt, die beides gewährleisten soll: den Schutz des Produkts vor Außeneinflüssen (Stichwort „Barriereeigenschaften“) und eine größtmögliche Umweltverträglichkeit. Das Filtermaterial für den biologisch abbaubaren Beutel ist allerdings schon jetzt aus Stärke hergestellt, genauer gesagt aus „Soilon“.

Wer sich persönlich ein Bild machte möchte: Stick und Lembke entwickeln und produzieren direkt unter ihrem Büro im Freihafen von Hamburg.

Copyright Bilder: stick & lembke GmbH

Sammler und Minimalist – ein Widerspruch?

Ich bin Sammler. Seit ein paar Jahren sind Armbanduhren das Ziel meiner Leidenschaft. Ich kenne nur zu gut das Gefühl, etwas unbedingt haben zu wollen. Es hat mich oft zu teuren Käufen verleitet. Doch aufregend und besonders war nur die Anschaffung meiner ersten hochwertigen Uhr. Wie im Rausch folgten weitere Exemplare. Aber dieses intensive Gefühl von Glück stellte sich nicht mehr ein.

Welche Konsequenz zöge ein Minimalist, ein Mensch, der sich auf die wahren Bedürfnisse konzentriert, aus dieser Misere? Das Sammeln aufgeben? Sich nach neuen Sammlungsobjekten umsehen? Alles wieder verkaufen?

Ich bin meiner Leidenschaft treu geblieben, denn man kann Minimalist und Sammler zugleich sein! Heute jedoch hat sich mein Blickwinkel verändert. Ich versuche, die angeschafften Uhren viel intensiver zu nutzen, statt immer auf der Suche nach einem noch aufregenderen Modell zu sein. Seitdem ich diese Getriebenheit abgelegt habe, kann ich meine kleine Sammlung richtig genießen. Besonderheiten entdecken, wie die alte Uhr meines schon lang verstorbenen Großvaters: materiell wertlos und aufgetragen, aber trotzdem ein ideeller Wert für mich. Ihre handwerkliche Aufarbeitung erfreute mein Herz mehr als jede teure Neuanschaffung!

Opas alte Herrenuhr vor und nach der Aufarbeitung

Mein nächstes Ziel: mich in die Geheimnisse der Feinmechanik einweihen zu lassen. Der Kauf einer Uhr ist heute kein Muss mehr… trotzdem natürlich nicht ausgeschlossen.
Ich bin eben Sammler. Und Minimalist.

Der Abzug der Parade

Meine Oma sprach von ihrem Nippes immer als ihrer „Parade“. Diese stand in Reih und Glied auf der „Kredenz“, einer dunkelbraunen Anrichte im Wohnzimmer. Jedem neuen Besucher präsentierte sie voller Stolz die bunte Ansammlung unterschiedlichster Gegenstände in allen Formen, Farben und Größen.

Meine eigene Parade hat dagegen zum Teil lange Zeit im Verborgenen verbracht. Dort wartete sie nur auf einen günstigen Moment, um wieder ein Mitglied in ihre Reihen aufnehmen zu können. Im Laufe der Zeit entstanden so kleinere und größere Kolonien, die den Namen „Zierde“ jedoch nicht annähernd verdienten.

Aufbrauchen, leer machen: Die Parade muss weg

Ein Schlachtplan musste her. Codename: „Minimalismus“.

Taktik: Eliminierung und Aushungern der Mitglieder auf der einen, Abwehr und Abweisung potentieller Neuankömmlinge auf der anderen Seite.

Jüngstes Beispiel: Die Ansammlung an geschenkten und selbst gekauften Cremes, Lotions, Emulsionen und Co.

Auch wenn die Haut das größte Organ des Menschen sein mag – so viel Balsam tut nicht einmal der Seele gut.