Geschichten aus der großen Stadt
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Trostlos trübe hängen die Wolken über der Stadt, der graue Alltag hat mich wieder fest im Griff, vor allem der stressige Betrieb am Schuljahresanfang – da hätte man sich eigentlich eine Belohnung verdient.
Und wenn man jetzt nicht aufpasst, schnappt sie zu, die Konsumfalle. Man gönnt sich etwas, schließlich arbeitet man ja auch hart für sein Geld. Vielleicht einen neuen Schmöker, da findet sich sicherlich etwas Interessantes. Oder das aktuelle Album von Keith Richards, schließlich war man früher ja großer Stones-Fan. Oder einen unterhaltsamen Spielfilm, z.B. Fack ju Göhte, damit man als Lehrer auch mal was zu lachen hat… Oder, oder, oder – ich hätte schon viele Ideen, was ich so nebenbei kaufen könnte. Und dann? Die ganzen Dinge lägen erst einmal wieder wochenlang im Regal, bis ich sie tatsächlich nutzen würde. Glücksgefühl nach der Kasse: gleich Null!
Und dann? Tja, nach (höchstens) einmaligem Gebrauch würden sie endgültig zwischen den anderen toten Gegenständen in unserer Wohnung verstauben. Der Minimalist in mir mahnt: Kein spontaner (Belohnungs-? Frust-?)Kauf! Aber ich hätte doch gerade heute Nachmittag nichts mehr zu tun, also genug Zeit für… Woran liegt es nur, dass dieses kleine Konsumteufelchen heute einfach nicht verstummen will?

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Teilen macht glücklich – ein bisschen Trashkultur für das Wochenende

Im Kampf gegen den Konsumteufel in mir
Ein kleiner Spaziergang wird mich auf andere Gedanken bringen, außerdem muss die Ebay-Post  weg; zwei Bücher sind verkauft, also, da könnte man vielleicht doch den neuen Roman… Nein, heute wird nichts gekauft!

Mit solchen Gedanken im Kopf habe ich ihn beinahe übersehen, den kleinen Kräutergarten in unserem Viertel, den ein Anwohner im sonst so trostlosen Grünstreifen zwischen Trottoir und Straße angelegt hat. Hängen bleibt mein Blick an dem kleinen Kästchen für Tauschbücher.
Und ich werde fündig: „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche – hoffentlich die richtige Trash-Unterhaltung für diesen trüben Nachmittag. So werde ich diesen Bestseller von 2008 also doch noch lesen, lediglich 7 Jahre (!) nach dem Hype. Und wenn er sich auf den ersten Seiten – auf gut Bayerisch – als „a rechter Schmarrn“ entpuppt, kommt das Buch gleich wieder zurück. Ansonsten eben, wenn ich den Roman durch habe.
Mein Konsumteufelchen schweigt beleidigt. Ich bin zufrieden, nichts Unnötiges gekauft zu haben, und freue mich über etwas, was ein mir unbekannter Nachbar ver- bzw. ge-schenkt hat.

Teilen macht glücklich. Eine wirkliche Win-win-Situation!

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