Heim & Mein
Kommentare 11

#Reset 5. Das Ende der Schonzeit

Der Umzugs-Countdown läuft. Und mit ihm das Aussortieren. Zwölf Jahre lebten wir in unserer jetzigen Wohnung. Vieles hatte seinen festen Platz. Einiges haben wir bereits in letzter Zeit entsorgt. Ein stetiger Prozess, um die eigenen vier Wände immer weiter zu optimieren.
Doch jetzt ändert sich alles. Unsere zukünftige Bleibe muss neu gestaltet werden. Das ist gut so, denn jetzt stehen plötzlich Besitztümer zur Disposition, an die man zuvor beim Minimalisieren niemals gedacht hätte. Nach meiner heißgeliebten Yucca wird mein Sonnenschirm dem Umzug zum Opfer fallen. Denn die Wohnung in spe hat keinen Balkon mehr. Warum das so besonders ist, dass ich hier davon berichte? Nun, das hat mehrere Gründe:

  1. Es ist ein originaler Wirtshausschirm der hiesigen Augustiner-Brauerei. Den gibt es nicht zu kaufen. Ein besonderes Stück Lokalkolorit – dafür sind wir Münchner ja bekannt: Mir san mir, beste Stadt, bestes Bierbeliebig fortzusetzen :-).
  2. Es war nicht einfach, diesen Schirm zu bekommen. Meine langjährige Treue zum kleinen Getränkeladen am Eck hat es möglich gemacht. Bayerische Spezlwirtschaft halt (siehe Lokalkolorit).
  3. Was macht man mit dem guten Stück, das so besonders und nicht so leicht zu ersetzen ist? Richtig, man schont es! Besser: Ich habe es geschont.
    Die wenigen Tage, an denen ich den Augustinerschirm wirklich genutzt habe, sind kaum der Rede wert… Und jetzt? Ab diesem Sommer werden wir keinen Balkon mehr haben.

Und ich ärgere mich maßlos über mich selbst!
Minimalismus ist für mich ein stetiger Prozess, ein ständiges Lernen. Über mich selbst und meine Verhaltensmuster. Warum „schont“ man Dinge, die einem am Herzen liegen? In meinem Fall so lange, bis man sie nicht mehr gebrauchen kann. Statt sich in den letzten Sommern regelmäßig über die (Ab-)Nutzung meines Schatzes zu freuen, habe ich einen Billigschirm aufgepannt: den Alltagsschirm (könnte man auch auf das Alltagsgeschirr, die Hausklamotten, die Alltagsuhr… übertragen).

Das gute Stück wird stattdessen aufgehoben – für besondere Anlässe, bessere Zeiten oder den tolleren Sonnenschein… Ich verstehe es selbst nicht! Woher kommt diese Marotte? Ein solches Verhalten kenne ich eigentlich nur von meinen Großeltern – typische Kriegsgeneration. Meine Eltern haben mir das nicht vorgelebt: schöne Dinge sollen auch im Alltag benutzt werden und das Leben bereichern – Abnutzung inklusive. Doch genau das fällt mir schwer. Harmlose Kratzer oder Flecken sind mir ein Graus, wenn sie meine Lieblingsgegenstände (be-)treffen. Aber ich arbeite an dieser Marotte. Und habe aktuell einen Sonnenschirm zu vergeben – wie neu!

Kennt Ihr dieses Verhalten auch? Und habt Ihr Tipps für mich, wie man damit besser umzugehen lernt?

#Reset. Alles auf Anfang. Die aktuelle Blogserie auf Minimalismus21.

Begleitet uns in den nächsten Wochen bei unserem Einzug in ein neues Leben. Alle vorherigen Teile der Serie findet ihr unter dem Suchbegriff #Reset rechts oben (Lupe) und natürlich bei Twitter.

11 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.