Alle Artikel in: Arbeit & Karriere

Minimalismus leben. Konsumfalle Kostenloskultur

Ich habe „Nein“ gesagt. Zu Dingen, die ich nicht brauche. Zu Events, die mein Leben nicht bereichern. Alle hatten eine (verlockende) Sache gemeinsam: Sie waren sehr günstig bis kostenlos. Doch bekanntlich gibt es im Leben nichts umsonst, weil jede Medaille am Ende zwei Seiten hat. Weil wir am Ende immer mit irgendetwas bezahlen: mit Daten, mit Müll, mit dem Preis für Pflege und/oder Entsorgung uvm. Drei Beispiele aus den vergangenen Wochen. 1. Du bist, was Du trinkst Meine Firma hat einen neuen Anstrich bekommen, ein neues Branding, eine neue Dachmarke. Dieser sog. „Change Prozess“ wurde und wird von verschiedenen Maßnahmen begleitet, darunter der Einsatz bestimmter Unternehmensfarben. Die visuelle Identität und Stringenz ist ein wichtiger Teil von Corporate Identity und Corporate Design. Und spiegelt sich im besten Fall auch in entsprechenden Merchandising-Produkten wieder. In meinem Fall war das eine Trinkflasche in den beiden Primärfarben der Company. Sie wurde kostenlos an alle Mitarbeiter verteilt. Eigentlich eine schöne Idee, die von Wertschätzung und Ideenreichtum zeugt und die Firmenidentität unmittelbar erlebbar macht. Allerdings hatte die Sache einen dicken Haken. …

#MoreMoments 2: Living Utopia

„Wie stellst Du Dir eine zukunftsfähige Gesellschaft von Morgen vor?“ Diese und andere elementare Fragen werfen die Köpfe hinter living utopia auf. Das Projekt- und Aktionsnetzwerk möchte sog. „Mitmachräume“ für den gesellschaftlichen Wandel schaffen – und nicht nur theoretisch über alternative Lebensformen philosophieren. Ihre Mission: Außerhalb der Box denken sowie neue Perspektiven und Erfahrungen machen. Das geht zum Beispiel auf der jährlichen Utopie-Ökonomie-Konferenz UTOPIKON. Einer ihrer zahlreichen Initiatoren ist Tobi Rosswog. Im Gespräch mit Minimalismus21 erzählt der selbsternannte Mitweltpädagoge und Aktivist (u.a. Blogger bei Experiment Selbstversorgung) mehr über die Nachhaltigkeits-Konferenz sowie die Motivation, geldfreier zu leben. Sein Ziel: keiner fremdbestimmten und sinnentleerten Lohnarbeit nachzugehen. Lieber Tobi, vielen Dank für Deine Zeit. Stelle Dich doch bitte kurz vor. Ich heiße Tobi Rosswog und bin als Aktivist, Mitweltpädagoge sowie Initiator beim Netzwerk living utopia sowie dem BildungsKollektiv aktiv. Mit living utopia verwirklichen wir Mtimachräume für den gesellschaftlichen Wandel. Dabei richten wir uns nach vier begleitenden Motiven aus: geldfrei, vegan, ökologisch und solidarisch. Wir laden dazu ein, neue Selbstverständlichkeiten zu leben und alternative Wege außerhalb von Verwertungslogik, Leistungsdruck …

Nachlese: Die Alm. Ein Ort für die Seele

Sabbatical, Downshifting, Auszeit. Viele Menschen träumen davon, Job und Alltag einmal den Rücken zu kehren bzw. Arbeitstunden zu reduzieren. Martina Fischer hat sich diesen Traum erfüllt. Vier Sommer verbrachte die gelernte Krankenschwester und Ernährungsberaterin auf verschiedenen bayerischen Almen. Aus den Lebensweisheiten, Geschichten und Rezepte(n) der „Teilzeit-Sennerin“ ist ein wundervolles Buch entstanden, das den Leser in eine Welt ohne feste Tages- und Wochenpläne entführt. (Un-)freiwilliger Minimalismus und positive Redundanzen inklusive. Tagesablauf auf der Alm Denn die Bewirtschaftung der mehrere Hektar großen Gebiete und die Versorgung der Nutztiere erfordern zu jeder Jahreszeit ein kontinuierliches Maß an körperlichem und psychischem Einsatz. Wie kräftezehrend und nervenaufreibend das sein kann, daraus macht Fischer an keiner Stelle einen Hehl. Und das Leben auf der Alm erfordert eine spezielle Form von Achtsamkeit. Sie ist resistent gegen Zeitmanagement und Effizienzsteigerung in einer als  – ach so fröhlichen – Hochleistungskultur beschriebenen modernen Gesellschaft. Wer sich auf die Erfahrung AlmerIn einlässt, stellt schnell fest: Der Mensch muss sich an den Rhythmus von Natur und Tieren anpassen, loslassen und die Langsamkeit (der Kühe) akzeptieren lernen. Die …