Alle Artikel mit dem Schlagwort: Wegwerfgesellschaft

SirPlus: Crowdfunding für Food-Outlet

11 Millionen Tonnen Lebensmittel landen allein in Deutschland pro Jahr in der Mülltone. Ihr Wert: ca. 25 Milliarden Euro. Minimalistisch ist das nicht. Nach Angaben der Verbraucherzentrale müssten für ihren Transport 440.000 Sattelschlepper beladen werden. Würde man die Fahrzeuge hintereinander stellen, ergäbe dies eine Strecke von Oslo nach Lissabon. Und zurück. Zur massiven Verschwendung tragen sowohl Konsumenten als auch Produzenten bei. Lebensmittelindustrie revolutionieren, Nahrungsmittelretten normalisieren Raphael Fellmer möchte das ändern. Der Mitgründer von foodsharing.de plant in Berlin ein „Food-Outlet“ zu eröffnen. Die Mission: Lebensmittel, die abgelaufen sind oder nicht der „Norm“ (zu klein, zu krumm, zu irgendetwas) entsprechen, sollen hier mit einem Rabatt von bis zu 70 Prozent in den Handel zurückgeführt werden; Lieferservice inklusive. 20 Prozent der geretteten Lebensmittel will man an soziale Projekte spenden und entsprechend verteilen. Name der Einrichtung: SirPlus. Das Konzept haben Fellmer und seine beiden Mitstreiter – Umweltingenieur Martin Schott und Digital-Unternehmer Alexander Piutti – in mehrmonatiger Kooperation mit führenden Großhändlern und Lebensmittel-Logistikern entwickelt. Doch damit nicht genug. „Im zweiten Schritt wird SirPlus einen digitalen Marktplatz aufbauen, um Angebot und …

#MoreMoments 1: Kleider für Julia

Ein Kleidungsstück wird nicht einfach im „Laden geboren“. Von der Idee bis zum fertigen Stück sind viele Arbeitsschritte notwendig. Wer keine Lust auf Fast Fashion und billige Wegwerfmode hat, ist bei Andreia genau richtig. Seit zwei Jahren schneidert die Portugiesin fast alles komplett selbst – und lässt andere Menschen im Internet daran teilhaben. Auf Kleider für Julia gibt es kostenlose Videoanleitungen zum Thema: vom eigenen Schnitt bis zur maßgeschneiderten Garderobe. Das gefällt mittlerweile nicht nur ihrer neunjährigen Cousine Julia, die als Inspiration und Namensgeberin indirekt Teil des Kanals ist. Mit Minimalismus21 hat Andreia über ihre Leidenschaft fürs Nähen, den Wert von Mode und ihre Abneigung gegen Billigketten gesprochen. Wann hast Du das Nähen für Dich entdeckt? Ich fand Nähen schon immer spannend. Als ich zehn Jahre alt war, hatte mir eine Bekannte unserer Familie – die zugleich Schneiderin war – beigebracht, wie ich die Kleider von meinen Puppen durch Abnäher besser an ihre Körper anpassen kann. Das hat mich sehr beeindruckt! Ich habe weiter genäht, aber immer nur gelegentlich mit der Maschine meiner Mutter. Als …

Spuren des Abfalls – im Museum Wald & Umwelt

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Schöne doch so nah liegt? Getreu diesem Motto unternahmen wir letztes Wochenende einen Tagesausflug ins Münchner Umland. Genauer gesagt nach Ebersberg, in die Heimat meiner Kindheit. Schon lang war ich nicht mehr im Ebersberger Forst, wo ich als kleiner Bub Radfahren gelernt habe. Ewige Zeiten ist es her, dass ich den berühmten Aussichtsturm bestiegen und den überwältigenden Blick auf die Alpensilhouette genossen habe – was für ein Flashback, diese kurze Reise in die Vergangenheit! Etwas „Neues“ gab es auch zu entdecken: das Museum „Wald und Umwelt“. Teilweise in einem über 300 Jahre alten „Jägerhäusl“ aus Holz untergebracht, gewinnt man hier nicht nur einen authentischen Einblick in das karge Bauernleben unserer Vorfahren, sondern auch in das diffizile Ökosystem unserer heimischen Natur. Die Dauerausstellung im Haupthaus informiert verständlich, teilweise interaktiv und kindgerecht aufbereitet über die Waldnutzung im historischen Wandel. Ans Museum angeschlossen gibt es zudem einen Walderkundungspfad – ein überzeugendes Konzept für Jung und Alt. „Einfälle statt Abfälle“ – Müllermeidung für jedermann Antrieb für unseren Besuch war jedoch die aktuelle …