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Küchenminimalismus und Kunsthandwerk

Ich koche gerne. Die Zubereitung von Lebensmitteln macht mir große Freude. Aber dafür brauche ich Muße. Mein persönliches „slow cooking“ zelebriere ich meist am Freitagnachmittag. Die (Schul-)Woche ist geschafft und das „Kochenende“ steht vor der Tür.
Schon das Herrichten der verschiedenen Zutaten entspannt mich vom Alltagsstress. Schnitt für Schnitt, alles mit Liebe in Handarbeit – Küchenminimalismus sozusagen.

Kampf dem elektrischen Küchengerümpel
Entsprechend bin ich kein Freund von Multifunktionsgeräten in der Küche. Noch nie war ich anfällig für Waffeleisen, Sandwichtoaster oder sonstigen elektrischen Schnickschnack, der gern als Ramschware beim Discounter angeboten wird.
Zu den wenigen technischen Hilfsmitteln in unserer Küche (neben Herd, Spülmaschine und Kühlschrank) zählen ein Handrührgerät und eine „Moulinette“, beides unverwüstliche Erbstücke aus den frühen 1970ern. Des Weiteren haben wir noch einen Stabmixer, eine hochwertige Orangenpresse und einen Toaster in Gebrauch. Absolut unverzichtbar ist außerdem meine italienische Kaffeemaschine von FrancisFrancis, ein Schmuckstück, das ich mir vor 15 Jahren als Student vom Mund abgespart habe.
Diese Geräte werden regelmäßig benutzt. Darüber hinaus brauche ich keine elektrischen Küchenutensilien für meine Kochorgien.

Das Hirnholzschneidebrett – minimalistische Rarität in der Küche
Großen Wert lege ich hingegen auf gute Messer. Für meine kleine, aber feine Auswahl an Schneidehilfen fehlten mir bisher jedoch ordentliche Schneidebretter. Schon lange waren mir meine ramponierten Billigbretter aus dubiosen „Hartholz“ ein Dorn im Auge.
Diesen Missstand habe ich endlich beseitigt und mir handgefertigte Hirnholzbretter der Schreinerei Roland Löffler angeschafft. Hergestellt aus heimischen Apfelbaumholz, gewachsen auf Streuobstwiesen in der schwäbisch-badischen Region. Gelebte Regionalität, garantierte Nachhaltigkeit und traditionelle Handwerkskunst.
Durch die besondere Verarbeitung, bei der die einzelnen Hirnholzelemente gegenzügig verleimt werden, entsteht eine einzigartig schnittfeste und messerschonende Oberfläche. Als Hirnholz bezeichnet man quer zur Faser geschnittenes Holz, bei dem die Jahresringe zu sehen sind. Die Holzfasern stehen also aufrecht. So werden sie beim Schneiden auf dem Brett nicht durchtrennt, was bei gängigen Vollholzbrettern sonst immer der Fall ist.

Ich nenne nun wunderschön gemusterte Einzelstücke mein Eigen. Zeitlose Raritäten, die mich die nächsten Jahrzehnte begleiten werden. Und das Schneiden darauf ist ein wahrer Genuss, denn die Messer gleiten wie von selbst über das Brett. Dieser Luxus war mir jeden einzelnen Euro wert. Eine sinnvolle Investition, finanziert mit dem Geld, das ich durch den Verzicht auf unnützen Küchenkrempel gespart habe.

Durch unseren minimalistischen Lebensstil hat sich mein Bewusstsein für den Wert der Dinge noch einmal stark gewandelt. Ich konsumiere immer noch, aber bewusst und nicht wahl- oder gar planlos. Wenn ich heute etwas anschaffe, gebe ich meist mehr Geld aus, als ich früher jemals bereit gewesen wäre. Dafür müssen aber für mich Kriterien wie zum Beispiel Qualität, Nachhaltigkeit und Haltbarkeit erfüllt sein – und das kostet eben seinen Preis.

Beitragsfoto mit freundlicher Genehmigung von www.schreiner-loeffler.de

Ihr möchtet die Schneidebretter aus Hirnholz gerne selbst unter die Lupe nehmen?
Dann schaut einfach in der Schreinerei in Bad-Rappenau-Obergimpern vorbei.
Oder besucht Roland Löffler und sein Team auf einem ihrer Messetermine,
z.B. vom 09. bis 12.04.2015 auf dem „Markt des guten Geschmacks – die Slow Food Messe“ in Stuttgart oder am 13./14.06.2015 beim Stadtgründungsfest in München.

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