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„Dufte“ Sache. Mit der Seife(nschale)

Auch bei Minimalismus-Bloggern gibt es sogenannte „It-Pieces“. Eines von ihnen: Aleppo-Seife aus Syrien. Trotz der Kriegszustände vor Ort findet das Produkt seinen „Weg nach Deutschland“, wie es in einem Artikel von SPIEGEL ONLINE vom Februar 2016 heißt. Da Herr M21er und ich stetig daran arbeiten, unseren Plastikmüll zu reduzieren und Kunststoff wo immer möglich aus dem Alltag zu verbannen, sind wir vor ein paar Wochen auf Körperseife umgestiegen. Ihr erinnert Euch? (Falls nein, hier geht’s zur Gedächtnisstütze). Ins Rennen haben wir drei zufällig ausgewählte Produkte geschickt:

1. Bionatur Soap Bar Carpe Diem (Grapefruit/Limette) von SPEICK
2. sebamed seifenfreies Waschstück für sensitive und anspruchsvolle Haut
3. Pflanzenölseife Verveine von alverde Naturkosmetik

Neuzeitliches Wasch-Syndet trifft auf Seife mit Geschichte
Mein persönlicher Testsieger nach knapp 13 Wochen Anwendungsdauer: das Waschstück von sebamed. Trotz empfindlicher Haut bin ich mit der cremigen Seife prima klargekommen, hatte weder Spannungsgefühle, trockene Stellen noch sonstige Irritationen. Der Duft riecht angenehm neutral und eignet sich damit für männliche und weibliche Minimalisten. Einziger Haken: Nach Angaben von Codecheck.info kann mein Favorit Palmöl enthalten:

„Ab 2016 müssen in der EU Lebensmittel die Palmöl enthalten entsprechend deklariert werden. Für Kosmetika gibt es aber noch keine Deklarationspflicht. In Kosmetika gibt es viele Begriffe, hinter denen sich Bestandteile der Ölpalme verstecken können […]. Außerdem können viele chemische Rohstoffe […] sowohl aus der Ölpalme wie auch aus anderen Pflanzen hergestellt werden. Dies macht es fast unmöglich, den Kauf von Palmprodukten ganz zu vermeiden.“

Deswegen waren wir auf der Suche nach Alternativen und sind schnell auf die o.g. Aleppo-Seifen mit Lorbeer- und Olivenöl gestoßen, die bereits seit Jahrhunderten produziert werden. Für jeden Hauttyp gibt es eine passende Mischung, wobei wir uns für ein Mischverhältnis von 20% Lorbeer- und 80% Olivenöl (Saryane) entschieden haben. Die eignet sich angeblich für normale, trockene sowie für Misch-Haut. Ehrlicherweise muss ich sagen: Mein erster Eindruck ist durchwachsen, fast schon ernüchternd. Die Seife riecht – zumindest für meinen Geschmack – irgendwie ein bisschen muffig, ein bisschen nach Kernöl und leider wenig frisch. Meine Haut fühlt sich nach dem Gebrauch zudem nicht besonders weich an. Das wuchtige Seifenstück fordert meine Feinmotorik heraus, sodass ich in jedem Fall künftig eine kleinere Größe wählen muss. Ob meine palmölfreie Alternative Aleppo heißen wird, ist Status Quo mehr als fraglich, v.a., wenn ich meine Haut im Zweifelsfall mit verschreibungspflichtiger Chemie beruhigen muss.

Viel Lärm um eine Seifenschale
Eine Frage, die sich jedoch im Zusammenhang mit unserer bisherigen Testphase geklärt hat, ist die nach der richtigen Seifenschale. Mir war bis dato nicht bewusst, wie viel Lebenszeit sich mit der Suche nach einer schlichten, minimalistisch und dabei formschön gestalteten Schale mit Abtropflöchern und ohne Kunststoff verbringen lässt. Seitenweise hat Herr M21er das Netz durchforstet, bis wir aus dem Konsumüberangebot endlich das Passende entdeckt haben; eine Flut von hässlichen Plastik-Äquivalenten war dagegen nur einen Klick weit entfernt. Fündig geworden sind wir schließlich bei seifenblase.eu, einem Anbieter, der auch gleich für den richtigen Inhalt sorgt. Das Ergebnis seht ihr im Beitragsbild oben.

Abschließend sei noch gesagt: Die genannten Produkte sind uns nicht gesponsert worden. Alle Angaben beruhen auf persönlichen, freiwillig gemachten Erfahrungen. Und vielleicht helfen Euch die, wenn Ihr beim nächsten Mal im lokalen Super- oder Drogeriemarkt bzw. beim Onlineshopping eine Entscheidung zwischen zig Produkten treffen müsst. Fünf von ihnen habt Ihr jetzt ja näher „kennengelernt“.

Wer Empfehlungen in Sachen „Kosmetika“ (und/oder Seifenschalen) hat, darf gerne einen Kommentar hinterlassen. Wir freuen uns über Anregungen und Feedback!

TV-Tipp
P.S.: Weiterführende Informationen zum Thema „Palmöl“ gibt es im WDR-Haushaltscheck. Erschreckendes Fazit: Wirkliche Alternativen existieren nicht. Wenn wir mengenmäßig auf den Einsatz von anderen Ölen umsteigen, verlagert sich die u.a. mit der Herstellung einhergehende Problematik von Palmöl am Ende lediglich und wir benötigen bspw. noch mehr Anbaufläche.

21 Kommentare

  1. nadine sagt

    Ich habe es mit Haarwaschseife probiert und muss sagen, dass geht bei mir garnicht. Vielleicht funktioniert es bei Menschen mit kurzen Haaren, bei meinen schulterlangen nicht. Dabei hätte ich gern auf die vielen Plastik Flaschen Shampoo verzichtet. Aber was sehr gut funktioniert ist eine Rasierseife am Stück: so muss ich in Zukunft keinen Rasierschaum in der Sprühdose mehr kaufen. Viele Grüße, Nadine

    • M21
      M21 sagt

      Liebe Nadine,

      das mit der Rasierseife klingt super – ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt!

      Nutze aktuell noch einen klassischen „Schaum“ aus der Dose 🙁 – immmerhin die Variante ohne Parfüm und Co.

      Wie heißt denn Dein Produkt? Das würde ich sehr gerne ausprobieren.

      Herzliche Grüße
      M21

      • Nadine sagt

        Die Seife ist von Savion. Meines Wissens sind deren Seifenblasen auch alle ohne Palmöl. Viele Grüße

        • M21
          M21 sagt

          Liebe Nadine,

          großartig, ich danke Dir!
          Ich werde auf die Suche danach gehen und berichten.

          Schönen Sonntag
          M21

    • MelD sagt

      Hast du mal „no-poo“ untersucht?
      Viele machen ganz gute Erfahrungen, die Haare „nur“ mit Wasser zu waschen. Die Umgewöhnung, bis die Kopfhaut sich einpendelt, kann 2-4 Wo dauern, aber langfristig gibt es für manche tolle Erfolge.
      Es wird wohl an Ausdauer, Haartyp aber auch Wasserhärte liegen (allerdings hat Zero-Waste Bloggerin Paris-to-Go auch hartes Wasser…).
      Bestimmt einen Versuch wert!

  2. Hallihallo,

    ich gehöre auch zu den Verfechtern der Aleppo-Seife. Diese wird mittlerweile übrigens nicht ausschließlich in Aleppo hergestellt. 😉

    Ich hatte tatsächlich auch noch keine Probleme mit der Seife und nutze sie sogar zum Rasieren. In Stücke geschnitten mit Wasser vermengt, kannst du auch leicht eine Flüssigseife herstellen, die auch zum Wäschewaschen taugt.

    Was den Geruch der Seife anbelangt, war ich nur zu Anfang skeptisch. Meiner Meinung nach kommt das daher, dass alle konventionellen Shampoos und Duschgels derart intensiv riechen. Alternativ kommt bei der flüssigen Variante ja Duftöl in Frage?

    Alles Liebe,
    Philipp

    • M21
      M21 sagt

      Lieber Philipp,

      wir haben die Aleppo-Seife mittlerweile in kleine Stücke geschnitten und nützen sie primär zum Händewaschen.

      Mein größtes Problem dabei sind die Hautreaktionen. Daran lässt sich nicht drehen. Mein „Masterpiece“ ohne definitiven Bestand von Palmöl habe ich noch nicht gefunden – aber immerhin wieder deutlich Plastik reduziert.

      Vielen Dank für Dein Feedback und bis bald
      M21

  3. Michaela sagt

    Hallo
    Wir haben die Seifen von Savion ausprobiert und werden dabei bleiben.
    Von der Rasierseife bis zur Haarseife sehr empfehlenswert. ☺
    Liebe Grüße

    • M21
      M21 sagt

      Liebe Michaela,

      die Rasierseife werden wir uns auch als nächstes besorgen und ausprobieren. Schritt für Schritt zu weniger Plastikmüll :-).

      LG – M21 und der Herr M21er

  4. Maren sagt

    Mein erster Gedanke als ich diesen Beitrag las, war: „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Glück liegt so nah?“

    Damit meine ich, dass ich sehr ökologisch orientiert bin und den regionalen Manufakturen eine Chance gebe. Wir haben um die Ecke eine nette Freiburger Seifenmanufaktur und die stellen auch vegane Produkte her. Daneben ist Speick aus Stuttgart natürlich der Klassiker.

    Tipp fürs Haarewaschen: Nicht die saure Rinse vergessen.

    Gruß
    Maren

    • M21
      M21 sagt

      Liebe Maren,

      da hast Du vollkommen recht!

      Am besten unterstützt man primär kleine Manufakturen und Familienbetriebe sowie mittelständische, inhabergeführte Unternehmen vor Ort, die Wert auf Nachhaltigkeit und lokale Fertigung legen.

      Herr M21er benutzt bspw. das Deo von Speick und ist sehr zufrieden (einziger Nachteil ist die verdammte Verpackung…).

      Jetzt muss ich dennoch dumm fragen:
      Was genau ist die „saure Rinse“???

      Liebe Grüße
      M21

  5. Moin 🙂
    bei den Seifen bin ich begeistert von Savion und Sauberkunst auch Herr Aurelia der extrem trockene rissige Hände hat kommt damit super klar. Eine Seifenschale aus Olivenholz von Savion rundet das ganze schön ab im Bad 🙂
    Auch die Deocreme und Körperbalsame sind super. Bei mir im Blog habe ich dazu schon ausführlich berichtet. Wenn ihr Zeit habt einfach mal kurz lesen 🙂

    Einen schönen Sonntag für euch
    liebe Grüße
    Aurelia

    • M21
      M21 sagt

      Liebe Aurelia,

      Savion wird gerade wiederholt genannt:
      Das sollten wir tatsächlich einmal ausprobieren, v.a., wenn der Herr Aurelia vor den gleichen „dermalen Herausforderungen“ steht.

      Und wir schauen natürlich gerne bei Dir vorbei – das Blog-Theme kennen wir doch :-D: Glückwunsch zum Redesign!

      Herzliche Grüße
      M21

      • Danke 🙂
        noch was zur Haarseife, meine Haare sind Taillenlang und sehr fein eine Saure Rinse mache ich nicht und es funktioniert wunderbar ohne. Ich denke es liegt auch immer am Haar selber ist bei jedem anders. Als es so kalt war hatte ich das Problem mit extrem fliegenden Haaren da half dann eine Spülung von Sante, mittlerweile ist es warm da braucht es die nicht.

        Viel Spaß beim weiter ausprobieren
        Lg Aurelia

  6. Anne sagt

    Ich bin vor einigen Monaten auch auf Seifenstücke umgestiegen und bin damit sehr zufrieden. Die saure Rinse wendet man nach der Haarwäsche mit Haarseife an, da sich in Verbindung mit dem Kalk im Leitungswasser und der Seife eine Seifenschicht auf den Haaren bilden kann, die irgendwie beschwerend wirkt und das Haar schneller fettig wirken lässt. Ich mache die saure Rinse immer mit 1 EL Essigessenz, die ich mit 1 l Wasser verdünne. Mehr dazu findest du auch auf diesem tollem Blog: http://www.kosmetik-vegan.de/erbse/von-sauren-und-anderen-rinsen/
    Für meine Seife nutze ich am Waschbecken einen kleinen schönen Unterteller von einer alten Kaffeetasse und in der Dusche einen gesammelten Stein, auf dem sich die Seife gut festdrücken lässt.
    Herzliche Grüße
    Anne

    • M21
      M21 sagt

      Liebe Anne,

      vielen Dank für die „Aufklärung“. Macht der Essig die Haare nicht stumpf? Ich werde mir das auf jeden Fall genauer ansehen.

      Die Idee mit dem Unterteller ist prima. Uns waren Abtropflöcher wichtig, weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass manche Seifen sich im Restwasser sonst nahezu im Turbotempo selbst auflösen ;-).

      Herzliche Grüße und bis bald
      M21

  7. tela sagt

    hast du schonmal versucht, seife selbst zu machen? ich habe damals angefangen seife zu benutzten, um Plastik zu reduzieren. handgesiedete seifen haben ihren preis und ich wollte nicht immer so viel neues bestellen. also habe ich mich eingelesen, die seifen sollten vegan sein und auch haarseife wollte ich benutzen. das ist mittlerweile 1 Jahr her. ich hab jetzt bestimmt schon 30 verschiedene seifenchargen gesiedet und meine haarreife (habe langes haar) vertrage ich mittlerweile richtig gut. Aleppo seife habe ich auch gesiedet, die muss aber bis zu 1 Jahr ruhen. es ist ein wenig Geduld gefragt, meine haut ist auch ziemlich empfindlich aber meine palmölfreien veganen seifen verträgt sie wirklich gut. die Anschaffungskosten (NaOH, alter Pürierstab) sind zwar anfangs höher, aber man hat am ende für wenig geld viel Naturseife und es eignet sich immer hervorragend als Geschenk. es gibt im internet ein tolles forum, wo man sich einlesen kann und tipps bekommt, dort sind viele professionelle seifensiederinnen vertreten. ich hätte nicht gedacht, dass mich dieses Hobby so süchtig macht!

    • M21
      M21 sagt

      Liebe Tela,

      nein, bis jetzt noch nicht! Ich stehe zur Zeit vor der Herausforderung, den (Plastik-)Müll weiter zu reduzieren und zu überlegen, welche „fertigen“ Produkte es bereits am Markt gibt. Aber ich kann gut nachvollziehen, dass so ein handgemachtes Stück etwas ganz Besonderes ist und einem große Befriedigung verschafft.

      Hast Du denn auch schon einmal spezielle Rasierseife selbst hergestellt? Bin gerade auf der Suche nach einer Alternative zu meiner „Sprühflasche“, die die letzte ihrer Art nach dem Aufbrauchen gewesen sein soll.

      Liebe Grüße
      M21

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