Alle Artikel mit dem Schlagwort: Sabbatical

Out of Office. Ichzeit 2018

Meine letzten großen Sommerferien liegen weit zurück. Genauer gesagt im letzten Jahrhundert und im letzten Jahrtausend zugleich. Mitte der 1990er Jahre. Vor dem letzten Schuljahr, das mich nach 13 Jahren Klassenraum in die Welt von Studium und diversen Nebenjobs entlassen sollte. Sechs Wochen, die alles versprachen, aber nichts von mir verlangten. Sechs Wochen, in denen Zeit noch nicht zu einer Währung verkommen war, einer Währung, die man ausgeben und investieren musste – für Hausarbeiten und gute Noten, in Praktika und erste Schritte auf dem Arbeitsmarkt. 42 Tage, die mir wie ein kostbarer Schatz vorkamen und stets ein Gefühl von „Alles ist möglich“ im Gepäck hatten, von Unendlichkeit, Unbeschwertheit und tiefster „Seelenbaumelei“. Weniger Zeug, mehr Zeit Irgendwann sind mir diese Gefühle mehr und mehr verlorengegangen. Denn die Währung hatte sich ausgezahlt. Ein abgeschlossenes Studium, eine fertige Doktorarbeit, solide Festanstellungen. Dazwischen mühsam erwirtschaftete Auszeiten von zwei bis maximal drei Wochen am Stück, um Körper und Geist wieder zusammenzuführen und ein Gefühl für das Hier und Jetzt fernab von externen Ansprüchen an mich und meine Person zu bekommen. …

Sabbatical. Warum ich mir 2019 eine Auszeit leiste

Als 1974er-Jahrgang bin ich bereits über der Halbzeit des Lebens – statistisch gesehen. Keine Sorge – es folgt kein Midlife-Crisis-Gejammer… Fakt ist aber: Seit ich die 40 überschritten habe, beschäftigt mich das Thema Zeit immer mehr. Was will ich mit meiner Zeit anfangen? Wie viel freie Zeit habe ich wirklich für mich zur Verfügung? Wem oder was widme ich diese Zeit? Und ich spüre intensiver denn je: Zeit ist der wahre Luxus im Leben. Und doch wird dieses Bewusstsein meist vom Alltag verdrängt, einem Alltag, der von beruflichen Pflichten dominiert wird. Das Bild vom Hamsterrad mag ich nicht sonderlich, denn ich arbeite gern. Trotzdem bleibt unterm Strich wenig Zeit für die vielen Dinge, die mich neben meiner beruflichen Tätigkeit interessieren. Oder anders gesagt: Oftmals bin ich von der täglichen Lehrtätigkeit, den Korrekturen und der Vorbereitung zu erschöpft, meine verbliebene Freizeit so zu nutzen, wie ich das eigentlich möchte. Vielleicht auch ein Anzeichen meines zunehmenden Alters. Doch was tun? Sabbatical: Aussteigen auf Zeit Ich habe mich für ein Sabbatjahr entschieden. Innerhalb weniger Wochen wurde mein Antrag …

DVD-Tipp: From Business to Being

Wir sind eine gestresste Gesellschaft. Burnout und Wohlstandskrankheiten nehmen zu. Nervöse Geschäftigkeit und rastlose Suche kennzeichnen unseren zunehmend digitalisierten Alltag. Ein Paradox? Denn eigentlich geht es uns – statistisch gesehen – so gut wie nie zuvor. Ein Gefühl von Unzufriedenheit bzw. Unzulänglichkeit zieht sich trotzdem durch alle Schichten unserer modernen Gesellschaft. Scheinbar planlos pendeln wir zwischen Selbstoptimierung, Zeitmanagement, hyggeligen Retreats und Aussteigerfantasien hin und her. Die erschöpfte Gesellschaft Woran liegt diese geschäftige, angstvolle Unruhe, die unsere Zeit erfasst hat? Vielleicht daran, dass wir uns an einem historischen Wendepunkt befinden, der ähnlich einschneidend ist wie die Erfindung des Buchdrucks oder die industrielle Revolution: Der rasante Siegeszug des Internets geht mit einer unaufhaltsamen Transformation aller Lebensbereiche einher. Beruf und Privatleben werden zunehmend von einer digitalen Parallelwelt durchdrungen, einem rastlosen, weltumspannenden Netzwerk. Das fordert uns heraus: jeden Tag, jede Stunde, jede Minute, ja sogar jede Sekunde. Unser Gehirn ist für dieses permanente Feuerwerk aus Bits und Bytes allerdings nicht konzipiert. Die ständige Verfügbarkeit macht uns auf Dauer kaputt, vielleicht sogar krank. Trotzdem müssen wir ehrlich und realistisch sein: …