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Out of Office. Ichzeit 2018

Meine letzten großen Sommerferien liegen weit zurück. Genauer gesagt im letzten Jahrhundert und im letzten Jahrtausend zugleich. Mitte der 1990er Jahre. Vor dem letzten Schuljahr, das mich nach 13 Jahren Klassenraum in die Welt von Studium und diversen Nebenjobs entlassen sollte. Sechs Wochen, die alles versprachen, aber nichts von mir verlangten. Sechs Wochen, in denen Zeit noch nicht zu einer Währung verkommen war, einer Währung, die man ausgeben und investieren musste – für Hausarbeiten und gute Noten, in Praktika und erste Schritte auf dem Arbeitsmarkt. 42 Tage, die mir wie ein kostbarer Schatz vorkamen und stets ein Gefühl von „Alles ist möglich“ im Gepäck hatten, von Unendlichkeit, Unbeschwertheit und tiefster „Seelenbaumelei“.

Weniger Zeug, mehr Zeit
Irgendwann sind mir diese Gefühle mehr und mehr verlorengegangen. Denn die Währung hatte sich ausgezahlt. Ein abgeschlossenes Studium, eine fertige Doktorarbeit, solide Festanstellungen. Dazwischen mühsam erwirtschaftete Auszeiten von zwei bis maximal drei Wochen am Stück, um Körper und Geist wieder zusammenzuführen und ein Gefühl für das Hier und Jetzt fernab von externen Ansprüchen an mich und meine Person zu bekommen.
Wenn mich heute also jemand fragt, was ich mir wünsche, dann gibt es darauf meist nur eine Antwort: Zeit. Zeit mit lieben Menschen, Zeit für schöne Unternehmungen und vor allem Zeit für mich. Die Wiesbadener Kreativagentur Scholz & Volkmer hat aus diesem Gedanken sogar ein Projekt gemacht. Über die Non-Profit-Geschenkeplattform Zeit statt Zeug können sich Menschen alternative, kostenfreie Momente zukommen lassen wie einen gemeinsamen Spaziergang im Grünen. „Waldluft statt Parfüm“ sozusagen.

Den Sommer unvergesslich machen. Ob auf Reisen oder vor der eigenen Haustür

Je mehr der Minimalismus in meinem bzw. unserem Leben Einzug gehalten hat, desto mehr Raum hat auch das Thema „Zeit“ bei uns eingenommen. Und damit die Erkenntnis: Ich möchte wieder investieren und ausgeben. Doch nicht in Dinge, sondern in Momente ohne Deadlines sowie in Wochen ohne Zählen bis zum Wochenende.

Genau so will ich meinen Sommer auskosten. Mir Zeit nehmen. So wie früher eben. Da waren die Monate von Juni bis August trotz Schule, Uni und Nebenjobs doch auch immer bis zum Bersten voller Abenteuer,

schreibt Christiane Stella Bongertz in ihrem Essay Ein unvergesslicher Sommer in der siebten Ausgabe des Hygge-Magazins mit dem passenden Titelthema So wird dieser Sommer unvergesslich. Mein Sommer 2018 soll ebenfalls ein bisschen nach unauslöschlich schmecken. Nachdem der Herr M21er seinen Beschluss für ein ganzjähriges Sabbatical gefasst hatte, entschied ich mich für vier Wochen Extra-Urlaub im August dieses Jahres; zwei Wochen regulären Jahresurlaub on top. Investiert habe ich dafür drei Monate Vollzeitarbeit bei jeweils einem Viertel weniger Gehalt. Die Differenz bekomme ich in der freien Zeit ausgezahlt, ohne einen Schritt ins Office zu machen.

Tausche 40-Stunden-Woche gegen Zeitwohlstand
Arbeitskostüm, Schreibtisch und PC tausche ich also demnächst gegen Rucksack, Schienen und Interrail-Ticket. Rund 3.000 Kilometer geht es mit dem Zug durch Nord- und Ost-Europa und zurück, teile ich doch mit Per J. Andersson (schwedischer Abenteurer und Autor) von jeher das Gefühl,

dass die Welt so viel mehr sein musste als das, was ich von daheim kannte.

(„Reisen macht uns freier – im Denken und im Handeln“. In: Hygge No. 7/ 2018)

Inspiration und Ideen für einen unvergesslichen Sommer verspricht die aktuelle hygge-Ausgabe

Druck oder falsche Erwartungen mache ich mir dabei nicht. Schlendern durch fremde Gassen mit leichtem Gepäck und ohne den Anspruch, jede Stadt und jeden Ort vollständig erschließen zu müssen. Sich treiben lassen von Land und Leuten, ganz ohne Zwang im Strom des Lebens schwimmen und in einem Meer aus Zeit baden, in das ich nicht erst in der Rente eintauchen möchte. Mein minimalistischer Konsum macht es möglich.

Und dafür musste nur ein neues Jahrtausend anbrechen.

Was soll Deinen Sommer 2018 unvergesslich machen? Verrate es uns und gewinne ein Jahresabonnement von hygge. Jeder Beitrag samt E-Mail-Adresse (nicht öffentlich sichtbar!) wandert in den Lostopf. Teilnahmeschluss ist der 22. Juli 2018. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Umtausch oder Barauszahlung des Gewinns sind nicht möglich. Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 18 Jahren. Viel Glück!

Für das Gewinnspiel (unbezahlte Kooperation) und das kostenlose hygge-Magazin (PR-Sample) – aus dem die Zitate stammen – bedanken wir uns bei Gruner + Jahr.

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